Gemeinderevision Wohlen
Nach dem Fall Dubler der richtige Zeitpunkt

Redakteur Toni Widmer mit einem Kommentar zu der Revision der Gemeindeordnung von Wohlen.

Toni Widmer
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Walter Dubler.

Walter Dubler.

Andre Albrecht

Im Frühling ist der Gemeinderat mit der Absicht an die Öffentlichkeit gelangt, die Gemeindeordnung von Wohlen umfassend zu überarbeiten. Jetzt liegt das Werk vor. Am 12. Dezember wird der Einwohnerrat darüber befinden, am 12. Februar 2017 ist an der Urne die Volksmeinung gefragt, zu Beginn der neuen Amtsperiode 2018 soll die Revision in Kraft treten.

Die Taktzahl ist hoch und man darf davon ausgehen, dass für die Erarbeitung dieser Vorlage innerhalb der kurzen Zeit einige Überstunden nötig gewesen sind. Ist diese Eile überhaupt vertretbar, oder sollte man sich für ein so umfangreiches Werk, das doch verschiedene bedeutende Neuerungen mit sich bringt, nicht besser etwas mehr Zeit lassen?

Die Frage ist berechtigt, die Antwort kurz und knapp: Nein. Der Zeitpunkt für eine Revision der Gemeindeordnung ist richtig. Nicht zuletzt die finanziellen Unregelmässigkeiten, für die der suspendierte Gemeindeammann Walter Dubler angeklagt und inzwischen in erster und zweiter Instanz verurteilt worden ist, haben Mängel in der Organisation der Gemeindeverwaltung aufgezeigt. Diese Mängel haben es erst ermöglicht, dass Dubler im Gemeindehaus zumindest in gewissen Bereichen schalten und walten konnte, wie er wollte.

Der Regierungsrat hat im Rahmen einer Administrativuntersuchung vom Gemeinderat verlangt, diese Mängel zu beheben. Das tut der Gemeinderat mit der aktuellen Vorlage. Gleichzeitig schafft er zukunftsgerichteten Strukturen, die Personenkult und politischen Ränkespielen im Gemeindehaus weniger zuträglich sind als bisher.

Die Revision wird Geld kosten. Doch sie wird in der jetzt aufgegleisten Form zu mehr Professionalität und Effizienz führen. Und damit dazu, dass letztlich Kosten gespart und Mehreinnahmen generiert werden können. In der Kostenfrage hat sich der Gemeinderat jedoch bisher zu wenig klar geäussert. Will er die Vorlage durchbringen, muss er hier noch deutlich besser kommunizieren.