Beinwil Freiamt
Nach dem Brand in der Eichmühle beginnt die grosse Aufräumarbeit

Zuerst wurde der Siloturm als einsturzgefährdet beurteilt, am Nachmittag konnte Entwarnung gegeben werden. Die Feuerwehr begann, die Mottbrände zu löschen.

Eddy Schambron
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Die Hitze des Brandes hat die Mauern arg in Mitleidenschaft gezogen
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Abbrucharbeiten nach dem Brand in der Eichmühle
Immer wieder beraten Fachleute und Beteiligte über notwendige Massnahmen
Rauch von den Mottbränden im Innern des Turm entweicht ins Freie
Rapport mit dem Kommandanten der Stützpunktfeuerwehr Muri+, Felix Strebel

Die Hitze des Brandes hat die Mauern arg in Mitleidenschaft gezogen

Eddy Schambron

Auch 36 Stunden nach dem Brandausbruch in der Eichmühle in Beinwil schwelten gestern noch Mottfeuer im Innern der Silos. Diese zu löschen erwies sich für die im harten Einsatz stehenden Feuerwehrleute als schwierig und gefährlich. «Der Siloturm ist instabil», stellte Feuerwehrkommandant Felix Strebel von der Stützpunktfeuerwehr Muri+ am 10 Uhr-Rapport bei der Eichmühle fest.

Statiker, Besitzer, Versicherungsvertreter und Feuerwehrleute hatten die Situation genau analysiert und sich überlegt, ob man den Mais aus den noch intakten Silos absaugen und abtransportieren könnte. Diesem Vorhaben stand aber der Siloturm im Weg, dessen oberer Teil zuerst als akut einsturzgefährdet eingestuft wurde.

Später Entwarnung

Der Baggerführer begann noch vor dem Mittag, die Mauern des völlig zerstörten Gebäudes der Futter- und Mehlmühle abzutragen, um bessere Löschbedingungen für die Feuerwehr zu schaffen. Auch nach dem Mittag dauerten die Arbeiten an. Immer ging der Blick hoch hinauf Richtung Siloturm, dessen Aussenmauer sich an verschiedenen Stellen durch die Hitze des Brandes verformt hatten. Baggerführer und Feuerwehrleute waren jederzeit bereit, notfalls die Flucht zu ergreifen. Am Rapport um 16 Uhr kam der Entschluss der Einsatzleitung, die Mottfeuer vorerst von unten mit Wasser zu bekämpfen, nachdem der Turm als stabil beurteilt wurde.

Kulturgut gerettet

Bei der Abtragung der Mauern hatte der Baggerführer auch deshalb vorsichtig vorzugehen, weil wertvolles Kulturgut sicherzustellen war. Die Mauern enthielten Steine von 1600 sowie ein Murianer Wappen, die erhalten werden sollten. Die Eichmühle Beinwil besteht schliesslich seit 1565.

Die zahlreichen Feuerwehrleute war gestern vom harten Einsatz gezeichnet. Willi Villiger lobte die Arbeit der Feuerwehren Beinwil, Auw und Muri: «Dank des taktisch richtigen Vorgehens und der sehr guten Koordination der Einsatzmittel ist es gelungen, noch grösseren Schaden zu verhindern.» Er zeigte sich überhaupt beeindruckt von der Unterstützung der Mitarbeiter, Nachbarn, Partner-Mühlen, Experten und Behörden, Helfern und Bekannten. «Sie alle machen Mut und geben Rückhalt.» Inhaber Daniel Villiger und das ganze Team erachteten das tragische Ereignis als Chance für einen Neuanfang in der Eichmühle AG.