Besenbüren
Nach 30 Jahren: «Frohsinn» muss künftig ohne Anna auskommen

Im «Frohsinn» in Besenbüren geht eine Ära zu Ende. Anna Lüthy zieht sich nach 30 erfolgreichen Jahren als Wirtin zurück. Das Zepter übernimmt ab dem 1. April Daim Kaloshi alias Giorgio.

Toni Widmer
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Anna Lüthy mit ihrem Nachfolger Daim Kaloshi. Toni Widmer

Anna Lüthy mit ihrem Nachfolger Daim Kaloshi. Toni Widmer

Toni Widmer

«Die Leute brauchen das Restaurant Frohsinn nicht, aber wir brauchen die Gäste» – mit diesem Leitspruch, den sie jetzt ihrem Nachfolger nahegelegt hat, ist Anna Lüthy 30 Jahre lang gut gefahren. Am 3. April 1984 hat sie die Dorfbeiz in Besenbüren übernommen, Ende März ist Schluss. Die 65-jährige Wirtin übergibt per 1. April an Daim Kaloshi.

«Es war eine schöne Zeit», blickt Anna Lüthy zurück, «meine Gäste haben mich gemocht und ich sie. Nie gab es eine Schlägerei. Und wenn sich doch mal zwei Streithähne näher kamen, habe ich sie nach draussen geschickt. Man muss etwas Mut haben. Eine Frau fassen die nicht an.»

Zu Anna Lüthy’s Erfolgskonzept gehörten nicht nur das grosse Engagement für die Gäste und ihre sprichwörtliche Freundlichkeit. Anna Lüthy wusste, was Gäste schätzen: «Einen grossen Teller zum kleinen Preis», sagt sie und rät Daim Kaloshi: «Wenn Preis und Angebot stimmen, kommen die Gäste immer wieder.»

2.60 Franken kostet der Znüni-Kafi im «Frohsinn». Nimmt man ein Paar Wienerli dazu, machts 5.60 Franken. Ihre Riesenhamburger zum Familienpreis und ihre sagenhaft saftigen Schnitzel sind ebenso legendär wie das regelmässig veranstaltete Thai-Buffet und das Mittagsmenü, das für 14.50 Franken zu haben ist.

Für den Besitzer ein Glücksgriff

Von der Besitzerfamilie Senn hat Anna Lüthy zum bevorstehenden Abschied neben einer Anerkennungstafel und einer wunderschönen Blumenschale viel Lob erhalten: «Anna war ein Glücksgriff», sagte Ruedi Senn, der im «Frohsinn» aufgewachsen ist. Seine Eltern Ruedi und Ida haben hier fast 40 Jahre gewirtet: «Ihre Spezialität waren Güggeli mit Pommes frites. Die Gäste sind dafür von weit her angereist, oft ganze Busse voll», erinnert er sich. Für die Besitzerfamilie sei die Nachfolge wichtig gewesen: «Wir wollen nicht möglichst viel Zins erwirtschaften. Wir wollen, dass das Restaurant bei den Gästen beliebt ist. Anna Lüthy hat es mustergültig geführt und sich einen sehr guten Ruf geschaffen.»

Jetzt erhofft sich die Besitzerfamilie einen nahtlosen Übergang zum sorgfältig ausgesuchten neuen Pächter. Daim Kaloshi, alias Giorgio, hat sich im Bremgarter «Rathaus» (Pizzeria da Giorgio) und in der «Sonne» in Jonen einen Namen gemacht. Im «Frohsinn» will er nichts verändern. «Ich werde am bewährten Konzept festhalten, aber das Angebot mit italienischen Spezialitäten noch etwas ausbauen. Es gibt weiterhin ein Raucher- und ein Nichtraucherstübli, im Sommer die Terrasse, und auch die Kegelbahn halte ich in Schuss.»