Ist es die viel zitierte Ruhe vor dem Sturm? René Meier, Verantwortlicher Challenge League beim FC Wohlen, meinte nach dem samstäglichen 2:6-Debakel in Biel (welches er vor Ort miterlebt hatte) kurz und knapp: «Wir im Vorstand haben das Ergebnis zur Kenntnis genommen.» War das alles? Nicht ganz.

Schliesslich liess der VR-Präsident der FCW-AG doch noch ein bisschen tiefer in seine Seele blicken. «Ich erwarte ganz klar einen anderen FC Wohlen. Das bisher Gezeigte entspricht in keiner Art und Weise unserer Erwartungshaltung.»

Irgendetwas stimme in dieser Mannschaft nicht. Einsatz und Spielfreude lassen zu wünschen übrig. «Der Trainer soll uns eine Erklärung abgeben.» Gestern Nachmittag setzte sich die FCW-Führung mit Trainer David Sesa an einen Tisch.

Wohin führt Wohlens Weg?

Mit dem heutigen Spiel gegen den Tabellenzweiten Wil (19.45 Uhr, Stadion Bergholz auf Kunstrasen) und dem Cup-Match am nächsten Samstag in Altstätten (2. Liga inter) stehen in der noch jungen Saison bereits wegweisende Partien an.

Meier: «Es ist auch mir klar, dass die neue Mannschaft eine gewisse Zeit für ihre Entwicklung braucht.» Ein anderes Auftreten als bisher sei allerdings zwingend nötig. Die Fans sollen wieder Freude an «ihrem» FCW haben. Und zu Trainer Sesa sagt Meier: «Er ist ein hoch korrekter Mann.» Aber ein Trainer müsse an der Seitenlinie auch einmal beissen und laut werden können.

Trainer Sesa hakte die Klatsche mit seinem Team bereits in Biel ab. «Wir haben die Sache nach dem Spiel ausdiskutiert.» Gestern lag der Fokus im Training bereits auf dem Spiel in Wil. «Es ist gut, dass es gleich weitergeht», so Sesa, «wir haben etwas gutzumachen.»

Änderungen wird es wohl wenige geben. Guto (anhaltende Knieprobleme) wird nicht spielen, Benito erneut im Tor stehen. Und: Der FCW hat einen neuen Trainingsgast. Ein 24-jähriger Brasilianer namens Wellington Candido, der laut Sesa gute Anlagen besitzt.

Wils Knipser fehlt heute

Die Szene ereignet sich kurz nach dem Schlusspfiff in Biel. Die Wohler Akteure sassen mit hängenden Köpfen am Spielfeldrand, da drang die Kunde von Wils 3:0-Sieg in Locarno durch. «Jahovic hat alle drei Tore geschossen!», rief einer.

Die müden Freiämter reagierten ob dieser Worte kaum. Wohl, weil sie wussten, dass Adis Jahovic heute Abend gegen Wohlen keine Tore schiessen wird. Der 26-jährige Goalgetter ist mit der mazedonischen Nationalmannschaft unterwegs und spielt am Mittwoch gegen Bulgarien.

Jahovic, 190 cm gross und extrem torgefährlich, war im Sommer beim FC Zürich überzählig und erhielt keinen neuen Vertrag mehr. Seit seiner Rückkehr zum FC Wil traf er in den ersten vier Runden schon fünfmal.

Agro und Tahiraj gehts besser

Positive Meldungen gibt es im Freiamt von zwei verletzten potenziellen Leistungsträgern. Mittelfeldakteur Yannik Agro (gerissene Achillessehne) zeigte bei seinem Besuch im Training lächelnd mit dem Daumen nach oben, als sich Sesa nach dem Heilungsverlauf erkundigte.

Und Flamur Tahiraj, dessen Comeback im Tor nach der Knieverletzung sehnlichst erwartet wird, versicherte zwischen zwei Sitzungen beim Physiotherapeuten: «Es läuft alles nach Plan. Ich kann es kaum erwarten, wieder zu spielen.»

Na, das sind doch gute Neuigkeiten.