Bremgarten

Mystisches Schottland im Dialekt: Das Kellertheater nimmt sich dem Klassiker «Macbeth» an

Das Kellertheater Bremgarten feierte am Samstag Premiere seiner Eigeninszenierung von «Macbeth».

Das schummrige Licht geht aus und der Saal wird finster. Musik setzt ein und eine Schar Hexen betritt die lange, schmale Bühne zwischen den Zuschauertribünen. Sie murmeln und ächzen, seufzen und lachen. Die mystischen Gestalten kriechen über die Bühne im Kellertheater.

Sie sind wichtige Schlüsselfiguren in Shakespeares Stück «Macbeth», das im alten Schottland spielt. In den kommenden Monaten ist das Werk jedoch als Eigeninszenierung des Kellertheaters in Bremgarten zu sehen. Die Schauspieler führen «Macbeth» aber nicht etwa wie im Original auf Altenglisch auf. Regisseur und Autor Simon ­Ledermann hat das Stück ins Schweizerdeutsche übersetzt, bearbeitet und inszeniert. Die Premiere hat am Samstagabend stattgefunden.

Der allwissende Erzähler wird zur Figur

Neu an der Eigeninszenierung ist nicht nur der Dialekt, sondern auch der allwissende Erzähler, gespielt von Hans Jörg Gygli. Er verknüpft die einzelnen Szenen miteinander, in denen Macbeth und seine Frau ohne Skrupel die Macht ergreifen wollen, und zwischendurch immer wieder von den Hexen aufgesucht werden. Er spricht aber auch mit den Figuren im Stück. Das sorgte im Publikum immer wieder für Lacher. Denn er weist die Figuren auch darauf hin, dass es seiner Rolle eigentlich nicht zustehe, ihnen zu helfen oder zu verraten, wie die Geschichte weiter geht.

Dieses Element und die Kunst der Schauspieler begeisterten das Publikum. Sarah ­Hilfiker und Adrian Notter aus Wohlen kommen immer wieder gerne ins Kellertheater in Bremgarten und wurden auch an dieser Premiere nicht enttäuscht: «So im Dialekt inszeniert, war die Geschichte sehr spannend», sagt Notter und auch Hilfiker war positiv überrascht: «Das Original ist ja im Altenglischen geschrieben, ich konnte mir nicht vorstellen, dass das im Schweizerdeutschen aufgeht. Aber es war wirklich sehr gut.»

Susanne und Hans-Ruedi Bossart besuchen, wenn möglich, jede Eigeninszenierung vom Kellertheater. Das neue Stück «Macbeth» hat auch sie begeistert. «Vor allem die verschiedenen Ebenen, auf denen das Stück gespielt wurde, haben mir sehr gefallen», so Susanne Bossart. So sei Modernes mit früher verknüpft worden. «Es war sogar Slapstick dabei, einfach etwas von allem. Und das Bühnenbild war fantastisch.» Hans-Ruedi Bossart kann ihr da nur zustimmen: «Es war mutig, dieses Stück ins Schweizerdeutsche zu übersetzten, aber es war wirklich sehr interessant. Mit dem Erzähler gelang ein spannender Bruch.»

Dass die Zuschauer so begeistert waren, haben auch die Schauspielerinnen und Schauspieler gemerkt. «Wir hatten ein super Publikum. Es ist immer schön, wenn man Reaktionen von den Zuschauern hört, dann weiss man, dass sie dabei sind», erzählt Anja Betschart, im Stück als Lady Macbeth, begeistert. Alles in allem sei die erste Aufführung hervorragend gelaufen. «Genau so, wie eine Premiere eben laufen muss», sagte Betschart und ihr Kollege Sebastian Meier, der auf der Bühne Rosse, Florence und eine Hexe spielt, stimmt ihr zu.

Natürlich läuft bei einer Theatervorstellung nicht immer alles nach Drehbuch, doch auch das hatten die Schauspieler des Kellertheaters im Griff: «Manchmal passiert es, dass man aus dem Moment heraus etwas anders machen muss. Auch das hat heute sehr gut funktioniert.»

Die Eigeninszenierung ist noch bis am Samstag, 28. März, zu sehen.

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