Bremgarten
Mutter und Tochter spannen zusammen: Im Städli-Shop gibts jetzt auch eine Kinderkleiderbörse

Im Laden ihrer Mutter in Bremgarten hat Tochter Leonie Restaino eine Kinderkleiderbörse eingerichtet. Gestern hat die «Kinderkleiderbörse im Städtli» zum ersten Mal Kleider entgegengenommen.

Christian Breitschmid
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Leonie Restaino (links) und ihre Mutter Dorit Hartmann, Inhaberin des Städtli-Shops in Bremgarten, sortieren die ersten Kinderkleider für die Börse.
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Kinderkleiderbörse Bremgarten
Im Städtli-Shop gibt's bald eine Kinderkleiderbörse

Leonie Restaino (links) und ihre Mutter Dorit Hartmann, Inhaberin des Städtli-Shops in Bremgarten, sortieren die ersten Kinderkleider für die Börse.

Christian Breitschmid

Leonie Restaino ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern. Sie weiss also genau, wie schnell die Kleinen wachsen und was es heisst, wenn das letzte frische T-Shirt, gerade eben angezogen, so richtig schön mit Kakao, Brei oder Konfitüre vollgekleckert wird. «Ich gehöre selber auch zu den Müttern, die in Secondhandläden einkaufen», sagt die 32-Jährige, die aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen auf die Idee gekommen ist, im Kleidergeschäft ihrer Mutter eine Kinderkleiderbörse zu eröffnen.

Die Städtli-Shop AG gehört Restainos Mutter, Dorit Hartmann. Sie hat Anfang der 90er-Jahre als Aushilfe im Kleidergeschäft an der Marktgasse 17 in Bremgarten angefangen, um einer Kollegin aus der Patsche zu helfen. «Tja, und nun gehöre ich zum Inventar», lacht die umtriebige Geschäftsfrau, die bis vor fünf Jahren zusammen mit Astrid Bonsaver in den Spitzenzeiten nicht nur den Städtli-Shop in der Bremgarter Altstadt, sondern auch noch zwei Filialen in Muri und auf dem Mutschellen betrieben hat. Aber im Bereich Bonnerie und Mercerie hat sich der Markt sehr gewandelt. Auch Freizeit- und Outdoorbekleidung wird, wie fast alle Gebrauchsgüter, zunehmend online bestellt. «Das ist es, was uns Fachgeschäften das Leben schwer macht», seufzt Hartmann, um dann gleich wieder zu strahlen, «aber dann passt man sein Sortiment halt wieder den neuen Bedürfnissen der Kundschaft an.»

«Der reinste Krämerladen»

Im Fall des Städtli-Shops war es die Erweiterung des Angebots um Taschen und Portemonnaies, um Regenschirme oder um Duftessenzen. «Jedesmal, wenn wieder ein Laden hier in der Altstadt zumachte, kamen die Leute zu mir und jammerten: ‹Wo sollen wir das nun einkaufen?› Also habe ich mein Sortiment nach und nach erweitert. Heute ist mein Geschäft der reinste Krämerladen geworden», scherzt die 58-Jährige und zeigt auf das reichhaltige Angebot in ihrem Shop, den sie, seit dem Abgang ihrer Geschäftspartnerin vor ein paar Jahren, ganz alleine führt.

Als die bei ihren Kunden beliebte Marke Switcher Konkurs ging und Jack Wolfskin ihr Bedingungen aufzwingen wollte, die sie nicht erfüllen konnte, kündigte sie ihre Bestellungen. «Drei Tage später stand einer meiner Switcher-Vertreter bei mir im Laden und sagte: ‹Ich bin jetzt bei Rukka.› Da hatte ich mein neues Label.» Es finden sich noch viele weitere Markennamen in ihren Gestellen. Wichtig ist der qualitätsbewussten Geschäftsfrau, dass ihre Kleider unter fairen Bedingungen produziert werden. «Mir tun einfach die Baumwollbauern und die Näherinnen leid, die von anderen Produzenten so mies behandelt werden.»

Eröffnung am 2. März

Ökologische und ökonomische Überlegungen sind es auch, die Leonie Restaino dazu brachten, im Laden ihrer Mutter eine Kinderkleiderbörse einzurichten: «Wir können bewusst einkaufenden Eltern ein faires Angebot machen. Wer uns gute Kinderkleider bringt, erhält 40 Prozent vom Verkaufspreis. Kleider, die wir nicht verkaufen können, werden aussortiert und entweder an Hilfsorganisationen weitergegeben oder von uns entsorgt.»

Gestern hat die «Kinderkleiderbörse im Städtli» zum ersten Mal Kleider entgegengenommen. Das ist nun jeden Dienstag und Donnerstag, von 9 bis 11.30 Uhr so. Am 2. März öffnet die neue Abteilung im Städli-Shop dann offiziell ihre Tore.