Mutschellen
Wasserkapazität wird jetzt fast vervierfacht – Bau des Reservoirs Gugelholz gestartet

Der Regionale Wasserverband Mutschellen (RWVM) erweitert das Reservoir Gugelholz in Widen stark. Damit soll die Versorgungssicherheit für die kommenden Jahrzehnte gewährleistet sein. Am Mittwoch erfolgte der Spatenstich.

Marc Ribolla
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Vertreter von Behörden, Bauunternehmung und dem Regionalen Wasserverband Mutschellen beim Spatenstich zur Erweiterung des Reservoirs Gugelholz.

Vertreter von Behörden, Bauunternehmung und dem Regionalen Wasserverband Mutschellen beim Spatenstich zur Erweiterung des Reservoirs Gugelholz.

Marc Ribolla

Der Wasserbedarf der Bevölkerung nimmt auch in der Region Mutschellen laufend zu. Über 20'000 Personen beziehen ihr kostbares Trink- und Brauchwasser vom dortigen Regionalen Wasserverband Mutschellen (RWVM). Ihm angeschlossen sind die Gemeinden Widen, Berikon, Zufikon, Rudolfstetten und Oberwil-Lieli.

Ein Teil des Verbundes ist das Reservoir Gugelholz, welches die Hochzone von Widen beliefert. Ausserdem werden auch andere Gebiete oder Gemeinden von dort aus versorgt. Das Reservoir stammt aus dem Jahr 1968 und umfasst 540 Kubikmeter Nutzvolumen sowie 250 Kubikmeter Löschreserve.

Diese Kapazität ist zu klein geworden. «Das Reservoir Gugelholz ist für uns ein Nadelöhr in Spitzenzeiten», sagt RWVM-Ingenieur Erich Faes. Speziell problematisch wurde es mit dem Wider Sportzentrum Burkertsmatt, das teilweise einen hohen Wasserbezug hat.

Reservoir stösst an seine Leistungsgrenzen

«Es kam schon vor, dass die Burkertsmatt an einem einzigen Tag das Reservoir geleert hat», erklärt Faes. Um dies auszugleichen, müssen die Pumpen des Reservoirs rund um die Uhr laufen, was nicht wirtschaftlich sei.

Nebst dem erwähnten Eigenbedarf der Gemeinde Widen und des RWVM tragen auch vertraglich abgemachte Wasserlieferungen an weitere Gemeinden wie Bellikon oder ab kommendem Jahr an Eggenwil dazu bei, dass das Reservoir Gugelholz an seine Leistungsgrenzen stösst.

Das Reservoir Gugelholz in Widen im September 2020.

Das Reservoir Gugelholz in Widen im September 2020.

rib (2020)

Dem wird nun Abhilfe geschaffen – mit einer grosszügigen Erweiterung, mit einer neuen Wasserkammer und einem Anbau am bestehenden Schieberhaus. Dazu bewilligte die Abgeordnetenversammlung vergangenen Herbst einen Kredit von 1,43 Millionen Franken.

Auch in Zukunft genug Wasser haben

Ende August erfolgte nun der Baustart mit den Rodungs- und Aushubarbeiten beim Reservoir am Waldrand beim Hasenberg. Am Mittwochvormittag griffen dann Behördenvertreter, Bauunternehmer und Vertreter des Wasserverbands zu den Schaufeln für den Spatenstich.

RWVM-Präsident Felix Baur zeigte sich entzückt. «Es ist eine Freude, dass wir vorwärtsmachen können und so gewährleisten, dass wir auch zukünftig genug Wasser haben», erklärte er.

Die Baugrube des Erweiterungsbaus im Gugelholz. Links davon die Wand des bestehenden Gebäudes. Im Hintergrund der Hasenbergturm.

Die Baugrube des Erweiterungsbaus im Gugelholz. Links davon die Wand des bestehenden Gebäudes. Im Hintergrund der Hasenbergturm.

Marc Ribolla

Mit dem Erweiterungsbau vergrössert sich die Kapazität des Gugelholzes fast um das Vierfache. Neu wird das Reservoir insgesamt 2150 Kubikmeter fassen. Davon sind 1900 Kubikmeter Brauchwasser und der Rest die Löschwasserreserve.

Bedarf für die nächsten 30 bis 40 Jahre abdecken

Gemäss RWVM-Ingenieur und Projektleiter Faes soll der Rohbau bis Ende dieses Jahres stehen. Dann folgen in den Wintermonaten die Installationsarbeiten. In Betrieb gehen dürfte das erweiterte Reservoir dann plangemäss im Juni 2022. «Mit diesem Bau sollten wir die Bedürfnisse für die nächsten 30 bis 40 Jahre abdecken können. Auch in Bezug auf das überregionale Projekt Wasser 2035», sagt Faes.

Von den Bauarbeiten tangiert ist der Parkplatz auf der anderen Strassenseite der Hasenbergstrasse. Ein Teil davon wird als Zwischenlager für den Aushub genutzt. Eine optische Auffälligkeit wird zudem ein 34 Meter hoher Kran darstellen.

Für den Regionalen Wasserverband Mutschellen ist der Aushub des Reservoirs ein Meilenstein. Der Verband feiert gleichzeitig auch sein Jubiläumsjahr «50 Jahre RWVM». Am 7. Mai 1971 hatte sich das Parlament konstituiert. Die Verbandsorgane bestanden aus dem Wasserrat als Exekutive und dem Wasserparlament als Legislative.

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