Richtig ein- und ausatmen kann doch jeder. «Falsch», sagte der deutsche Trompeter und Musikpädagoge Malte Burba an einem Brass-Workshop für Blechbläser und Alphornspieler in Wohlen. «Ein Kind atmet im ersten Lebensjahr noch richtig, weil es liegt. Dann beginnt es aufzustehen – und schon schleichen sich die ersten Fehler ein.»

176 Musikanten am Schlusskonzert

Der Brass-Workshop mit Burba steht am Anfang der «Klingenden Woche von Wohlen» – ein Geschenk des 150 Jahre alt gewordenen Musikvereins Wohlen. Die Woche gipfelt an der Hagewo-Gewerbeausstellung im Abschlusskonzert mit 176 jungen und gestandenen Musikantinnen und Musikanten am Freitag, 19.40 Uhr, vor dem Gemeindehaus Wohlen. Zuvor üben am Donnerstag und Freitag Markus Steimen, Dirigent des Musikvereins Wohlen, sowie Oberleutnant Roger Hasler, Leiter des Rekrutenspiels Aarau und aktiver Militärtrompeter, mit dem grössten Blasmusikorchester, das bisher in Wohlen aufgetreten ist, die beliebtesten Hits ein.

«Den Kontakt zu Malte Burba stellte Jan Wyss, Musiklehrer an der Regionalen Musikschule Wohlen her», sagt Edwin Hübscher, OK-Präsident im Festjahr des jubilierenden Musikvereins. Der Verein beteiligt sich an den Kosten von Burbas Workshops. Beim Abschlusskonzert wird eine Kollekte erhoben. «So hoffen wir, einen Teil des Aufwandes wieder einspielen zu können», meint Hübscher. Burba ist im Kurs, in dem es um die richtige Atemtechnik geht, immer für eine Pointe gut: «Mit meiner Methode könnt ihr euer Spiel nicht nur um ein paar Prozente verbessern, sondern gar um 300 bis 500 Prozent», verspricht er.

Nachwuchs lernt auch etwas

Damit kommt Burba auch bei den Nachwuchsbläsern an. Thierry Roeleven (12) aus Wohlen, der zusammen mit seinem älteren Bruder Frederic den Kurs besucht, wirkt seit fünf Jahren als Saxofonist in der Jugendband «Crazy Hoppers» mit und gibt unumwunden zu, dass er bisher «nicht ganz richtig» geatmet hat. Philipp Althaus (14), Trompeter aus Mühlau, meint: «Ich habe bisher nur halbrichtig geatmet –, nämlich auch durch den Brustkorb». Davon aber rät Burba dringend ab: «Die richtige Atmung geht durchs Zwerchfell. Man sollte das täglich eine Viertelstunde lang üben, exakt 15 Minuten und nicht länger.»

Vieles, so Burba, laufe beim Musizieren, im Unterbewusstsein ab. «Es spielt, nicht ich spiele.» Auch die erfahrenen Musikanten, unter ihnen die Alphornspieler Nandor Neruda aus Wohlen und Otto Bättig aus Mellingen, sind ganz bei der Sache und horchen auf, als Burba seinen Ratgeber für Blechbläser «100 Fragen an Malte Burba» in die Runde zeigt. «Kann man bei mir kaufen. Eine DVD gehört dazu», verkündet der Meister. «Ihr müsst auch eure Muskeln kennenlernen und richtig trainieren, die richtigen und nicht die falschen. Denn der Körper sucht sich den einfachsten Weg.» Die Botschaft ist so leichtfüssig formuliert, dass man sie Malte Burba einfach glauben muss.