Eggenwil
Musikgesellschaft verabschiedet ihren Dirigenten – und sucht einen Nachfolger

Nach 18 Jahren tritt Daniel Fankhauser als Orchesterleiter ab. An seinem letzten Konzert durfte er die Stücke selbst auswählen und erhielt vom Publikum tosenden Applaus.

Cornelia Schlatter
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Nach 18 Jahren ist Schluss: Daniel Fankhauser (vorne) dirigierte sein letztes Konzert. Cornelia Schlatter

Nach 18 Jahren ist Schluss: Daniel Fankhauser (vorne) dirigierte sein letztes Konzert. Cornelia Schlatter

«Radio 5445 dankt ihrem langjährigen Programmleiter Daniel Fankhauser zum wohlverdienten Ruhestand.» So ertönten die Stimmen der Ansager aus einer überdimensionalen Box, die ein Radio darstellte. Sonja Conrad und Adrian Belser führten mit viel Witz und Humor durch das abendfüllende Repertoire der Musikgesellschaft Eggenwil.

Nach einem eingängigen Auftakt zum diesjährigen Jahreskonzert wurde der abtretende Dirigent Daniel Fankhauser geehrt. Präsident Nicola Altschul bedankte sich für den unermüdlichen Einsatz des Mörikers mit Jahrgang 1942.

Auf die vielen Worte des Dankes ergriff Daniel Fankhauser selbst das Wort: «Ich bin immer gerne nach Eggenwil gekommen, das Allerwichtigste für mich ist es, dass es mit der Musikgesellschaft weitergeht.

Kennen sie den Unterschied zwischen einem Stern und einer Sternschnuppe? Ich wünsche mir, dass die Musikgesellschaft ein heller Stern ist und uns noch lange erhalten bleibt.» Rund 75 Proben pro Jahr hat Daniel Fankhauser mit der Musikgesellschaft Eggenwil absolviert. Für ihn ist Eggenwil ein Musterbeispiel, wie ein Dorf funktionieren sollte, es sei einfach schön, hier als Musiklehrer und Dirigent tätig zu sein.

Die Nachwuchsförderung war stets eines der wichtigsten Anliegen von Daniel Fankhauser, der vollamtliche Musiklehrer, der in der Schweizer Armee Militärtrompeter war, hatte während der grossen Sommerferien manchmal richtig lange Zeit nach der Schule, so sehr vermisste er das Unterrichten.

Daniel Fankhauser durfte für sein letztes Konzert die Stücke selber mitbestimmen. Von den Konzerten der vergangenen 18 Jahren hatte er der Musikkommission je zwei Stücke zur Auswahl vorgeschlagen.

Das Resultat konnte sich hören lassen: Von Hits von «Boney M.» über bekannte Stücke wie «The Lion King» bis hin zu «Take me Home Country Roads» war für jeden Geschmack etwas Passendes dabei.

Während der Pause gab es ein kleines Intermezzo der Jungbläser gemeinsam mit dem Altmeister. «In Eggenwil ist alles klein, deshalb ist auch das Jugendblasorchester klein. Es ist hier nicht anders als in einem Kleinbetrieb, dort muss der Chef auch mal in der Werkstatt mitanpacken, darum spiele ich gleich mit den Jungbläsern mit um sie zu unterstützen», erklärt Daniel Fankhauser.

Nachfolger wird gesucht

Nach der Pause dirigierte Riccardo Vegezzi ein paar Stücke, er sprang bei den Proben jeweils ein, wenn Daniel Fankhauser verhindert war. Bis dato hat die Musikgesellschaft Eggenwil noch keinen Nachfolger für Dirigent Daniel Fankhauser gefunden, sie suchen zwar auf Hochtouren, jedoch bislang erfolglos. Daniel Fankhauser hat dem Präsidenten und den Mitgliedern bereits zugesagt, dass er für die Proben noch vereinzelt zur Verfügung stehen würde.

Das Konzert setzte schliesslich einen fulminanten Schlusspunkt mit dem «Marche Troyenne». Daniel Fankhauser geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den neuen Lebensabschnitt: «Ich habe so viele positive Erinnerungen», resümiert der Vollblutmusiker und Dirigent dankbar.