Zufikon
Musikalischer Trip in die Dörfer und Städte dieser Welt

Das Jahreskonzert der Musikgesellschaft Zufikon war vorab ein Abend mit grossem Unterhaltungswert. Zufikon verfügt über eine tolle Tambourengruppe, doch der Verein hat auch einige Probleme.

Walter-Karl Walde
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Mit dem traditionellen Marsch «Montana» eröffnete die in kleiner Besetzung angetretene Harmoniemusik das Konzert. Gerademal achtzehn Musikanten umfasst der Klangkörper. Im Idealfall, wenn alle mittun können, sind es 22, wie Präsident Hanspeter Budmiger in der Pause erklärte. Auf Zuzüger verzichte man nicht nur aus Kostengründen, sondern auch weil man ein echter Dorfverein sein will. Das macht auch Sinn.

Fredi Hinz und Debbie Mötteli

Durch den Abend führte der Zufiker Rico Dobler, der bekannte Giacobbo-Figuren parodierte und weniger als Ansager, sondern als eigene Programmnummer mit Alphorn, Flöte und Kornett auftrat. Im Programmheft waren zwar alle Musikstücke wild durcheinander aufgeführt, aber nicht in der richtigen Reihenfolge. Man hätte sich vom Ansager gewünscht, dass er etwas mehr Informationen zu den einzelnen Kompositionen verraten hätte. Jedenfalls konnte der Berichterstatter beobachten, wie Konzertbesucher im Programmheft immer wieder die Angaben zum gerade gespielten Stück suchten oder zu diskutieren begannen, wieso beim «Entry March of Paris 1814» am Schluss der Beginn der englischen Nationalhymne, oder, wie ein Besucher behauptete, die alte Schweizer Hymne angespielt wurde. Dobler hatte zwar mit seinen Auftritten viele Lacher im Publikum auf seiner Seite, der Informationsgehalt zum Programm war aber dünn.

7 Tambouren mit neuem Chef

Die Zufiker Tambourengruppe ist ein kleines Phänomen, Peter Karli hat sie zwischenzeitlich geführt und wurde am Schluss des Konzerts dafür entsprechend geehrt. Auch konnte der Präsident mitteilen, dass die Musikgesellschaft neue Trommeln angeschafft hat. Durch Zufall ist zudem mit André Lenweiter ein bestens ausgewiesener Tambourmajor nach Zufikon gezogen, der über eine langjährige Praxis im Musikkorps der Stadtpolizei Zürich verfügt.

Die Perkussions-Nummer «Happy Brasilia» geriet den auch zum eigentlichen Höhepunkt das Abends und musste gleich zweimal gespielt werden, derat begeistert war das Publikum von diesem Auftritt. In «Acapulco» und «Aarau 2006» beeindruckten die Tambouren mit zwei weiteren, höchst schmissig und rhythmisch perfekt vorgetragenen Darbietungen.

Suche nach einem neuen Dirigen

Bereits zum 16. Mal dirigiert der Mühlauer Sepp Lüthy die Zufiker Musikgesellschaft. Dreimal überlies er am Konzertabend den Taktstock dem Vize-Dirigenten Geni Karli, weil er am Euphonium selbst die Bläser unterstützen musste. Wie Präsident Budmiger gegenüber der AZ ausführte, ist man auf der Suche nach einem neuen Dirigenten, denn Sepp Lüthy, der in Zufikon hervorragende Arbeit geleistet hat, möchte zurücktreten.

Das Abendprogramm der Zufiker Harmonie war stark traditionell ausgerichtet. Märsche wechselten ab mit Polka oder Schlagermelodien. Beim Publikum kam dieser Mix sehr gut an, beim «St. Louis Blues» des Komponisten W.C. Handy litten allerdings einige Passagen unüberhörbar bezüglich Intonation und rhythmischer Sauberkeit.

Regionale Nachwuchsförderung

Die Zufiker beteiligen sich, zusammen mit den Musikgesellschaften von Berikon, Eggenwil, Waltenschwil, Hermetschwil und der Stadtmusik Bremgarten, am Jugendprojekt «Crescendo-mio», bei dem Jungmusikanten auf das gemeinsame Musizieren in grösseren Formationen vorbereitet werden. Eine gute Idee, denn viele Dorfvereine beklagen sich über den mangelnden Nachwuchs.

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