Muri/Villmergen
Sieben Dörfer, ein Verein und ganz viel Know-how: Das ist «Samariter Freiamt+»

Die beiden Samaritervereine Muri und Umgebung und Villmergen machen aus der Not eine Tugend, schliessen sich zusammen und gehen als «Samariter Freiamt+» gestärkt in die gemeinsame Zukunft.

Nathalie Wolgensinger
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Ein Sturz von der Leiter: Die Murianer Mitglieder des Samaritervereins proben den Ernstfall.

Ein Sturz von der Leiter: Die Murianer Mitglieder des Samaritervereins proben den Ernstfall.

Foto: zvg

Unverhofft kommt oft: Dieses Sprichwort kennen Samariterinnen und Samariter nur zu gut. Sie sind oft die Ersten auf dem Unfallplatz, leisten Hilfe und retten mitunter auch Leben. Um ihr Wissen und ihr Können sind auch jene froh, die am Open-Air-Konzert in eine Glasscherbe treten und sich am Samariterposten den blutenden Zehen verarzten lassen. Ebenso weiss wohl jeder, der schon an einem Grümpelturnier kickte, um die schmerzlindernde Wirkung des Eissprays. Und wer hat ihn dabei? Natürlich die Samariter. An ihrem Sanitätsposten verarzten sie grosse und kleine Verletzungen, und das erst noch freundlich und zuvorkommend.

Sie sind nicht mehr wegzudenken von den unzähligen Veranstaltungen in der Region. Und doch gibt es immer weniger Freiwillige, die sich im Verein engagieren wollen. Zwar gehören dem Murianer Samariterverein seit Jahrzehnten auch die Gemeinden Aristau, Beinwil, Buttwil und Geltwil an. Trotz des vergleichsweise grossen Einzugsgebiets litt er in den vergangenen Jahren aber zunehmend unter Mitgliederschwund.

Gemeinsam am selben Strick ziehen: Das schweisst zusammen

Doch weil Untätigkeit nicht ihre Sache ist, machten die Murianer den ersten Schritt. Man meldete beim Kantonalvorstand das Interesse für eine Partnerschaft mit einem anderen Verein aus der Region an. Vorstandsmitglied Luzia Zimmermann kommentiert:

«Unsere Zukunftsaussichten waren düster, wir mussten handeln.»
Eine schwere Verbrennung im Gesicht, auch dieses Szenario spielt der Verein durch.

Eine schwere Verbrennung im Gesicht, auch dieses Szenario spielt der Verein durch.

Foto: zvg

Villmergen meldete sich auf das Angebot. Im Unterfreiamt hat man dieselben Probleme. Langjährige Mitglieder treten altershalber aus, und neue Frauen und Männer zu finden, ist schwierig. Die Vorstandsmitglieder trafen sich zu ersten Gesprächen und beschlossen, es gemeinsam zu versuchen. Zimmermann sagt: «Unser Interesse an derselben Sache ist die Grundlage, auf der wir aufbauen.»

Anfang des Jahres haben sich die beiden Vereine nun unter dem neuen Namen «Samariter Freiamt+» zusammengeschlossen. Die Abstimmung über die Fusion wurde schriftlich durchgeführt. Das sei zwar nicht ideal, so Zimmermann, aber rein rechtlich gesehen, gehe das in Ordnung.

Das Szenario kennt wohl jeder, der in den letzten Jahren den Führerschein gemacht hat und dazu einen Nothelferkurs besuchen musste.

Das Szenario kennt wohl jeder, der in den letzten Jahren den Führerschein gemacht hat und dazu einen Nothelferkurs besuchen musste.

Foto: zvg

Der neue Verein verfügt über rund 50 Mitglieder, die ihre Übungen fortan abwechslungsweise in Villmergen und Muri durchführen werden. Damit sich die Frauen und Männer besser kennen lernen, findet nach dem Schnupperabend, am 1. September, ein gemeinsamer Apéro statt.

Die Murianer betreten Neuland

Dieser Schnupperabend bietet aber auch weiteren Interessierten Gelegenheit, die Aufgaben des Vereins kennen zu lernen. Erfreulich für den Verein ist, dass sich in den vergangenen Monaten zehn Interessierte gemeldet haben, die wohl an der kommenden Generalversammlung aufgenommen werden können. Darunter sind auch einige junge Leute, die den Nothelferkurs besucht haben und noch mehr lernen wollen.

Die Mitglieder aus Muri freuen sich, dass sie nun mit dem Zusammenschluss mit Villmergen auch etwas Neues lernen können. Luzia Zimmermann erzählt: «Wir haben bisher keine Blutspende durchgeführt, weil das ja bei uns im Spital gemacht werden kann. Darauf sind wir nun alle gespannt.»

Mehr Infos gibt es unter www.samariter-freiamt.ch