Hans-Peter Budmiger

Muris Gemeindepräsident gibt seine Parteilosigkeit auf und kandidiert für den Grossen Rat

Hampi Budmiger (links) ist per sofort der GLP beigetreten, was Freiamt-Präsident Dominik Peter sehr freut.

Hampi Budmiger (links) ist per sofort der GLP beigetreten, was Freiamt-Präsident Dominik Peter sehr freut.

Der bis anhin parteilose Gemeindepräsident von Muri, Hans-Peter Budmiger, tritt der Grünliberalen Partei Freiamt bei und wird im Oktober für den Grossen Rat kandidieren. «Es fühlt sich gut und richtig an, sich dieser Partei anzuschliessen», sagt Budmiger, der 2005 überraschend in den Gemeinderat Muri gewählt wurde und seit 2014 Gemeindepräsident des Bezirkshauptorts ist. Er vertrete seit je liberales Gedankengut, sei aber überzeugt, dass die Politik grüner werden müsse. «Diese Haltung habe ich auch als parteiloser Kommunalpolitiker gepflegt, insofern ändert sich für mich politisch nichts.» Für Dominik Peter, Präsident der GLP Freiamt, ist der Beitritt Budmigers «ein Glücksfall». Er habe einen grossen Bekanntheitsgrad und einen beachtlichen Leistungsausweis. «Er ist der erste GLP-Gemeinderat im Freiamt und der erste Gemeindepräsident», freut sich Peter.

Kurzer und schmerzloser Kontakt

Die Initiative kam von der GLP. «Ich frage direkt, schnell und schmerzlos: Hättest du allenfalls Lust, für die GLP für den Grossrat zu kandidieren?», schrieb Peter den Murianer Gemeindepräsidenten an. Hampi Budmiger schrieb zurück: «Kurz und schmerzlos: Ich glaube, wir sollten mal sprechen.» So wird er, auch Obmann der Gemeindeammänner-Vereinigung des Bezirks Muri, Kandidat für den Grossen Rat. Zudem steht die Idee im Raum, eine Ortspartei zu gründen und die GLP im Bezirkshauptort zu etablieren. «Es wird mit Arbeit verbunden sein», ist sich Budmiger bewusst und der Überzeugung, dass es sich lohnt. Auf jeden Fall hat er den Ehrgeiz, als Grossrat gewählt zu werden. «Ich sehe mich nicht einfach als Listenfüller.» Der Bezirk Muri hat aktuell auf alle Parteien verteilt sieben Sitze im Grossen Rat. Die GLP hatte bei den letzten Nationalratswahlen einen Wähleranteil von 7,5 Prozent.

Muri muss in der Mobilität grüner werden

Grüner werden müsse Muri im Bereich der Mobilität, zum Beispiel mit der Förderung des Langsamverkehrs, erklärt Budmiger, der von sich sagt, «kein grüner Fundamentalist» zu sein. Aber lokal einkaufen, Wohnen, Arbeit und Freizeit möglichst lokal oder regional, das bringe viel. «Bewusst unterwegs sein erhöht die Qualität jedes Einzelnen.» Auf kantonaler Ebene will er sich, neben vernünftiger Mobilität und nachhaltiger Energieversorgung, für starke Gemeinden, ein lebenswertes Alter, finanzierbare Gesundheit und vorausschauende Raumplanung einsetzen – Themen, die er jetzt schon verfolgt. Sein Engagement für das Motocross Muri will er beibehalten, auch wenn er sich bewusst ist, dass diese Veranstaltung in einem Widerspruch zu grüner Politik steht. «Skifahren oder Fussball als Beispiele sind auch nicht CO2-neutral, Verbote der falsche Weg», sagt er. «Es ist besser, wenn die Politik lenkend eingreift und Nachhaltigkeit fördert.» Mitgetragen wird sein politisches Engagement von seiner Familie, insbesondere seiner Frau Andrea. Auch die Rückmeldungen aus seinem engsten Umfeld seien sehr positiv. «Mit ihm können wir mittelfristig stärker Fuss fassen in der Gemeinde Muri», erklärt Peter. «Es ist eine Win-win-Situation.»

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