Die Stiftung Murikultur plant den Ausbau des Singisenflügels der Klosteranlage Muri. Bereits heute sind darin das «Museum Kloster Muri» und das «Museum für medizinhistorische Bücher Muri» untergebracht.

Neu soll der Singisenflügel auch Heimat werden für ein «Museum Caspar Wolf» sowie für ein Forum für zeitgenössische Kunst und interdisziplinäre, museumsübergreifende Kulturvermittlung.

Die Stiftung hat ein zeitgemässes Projekt für die Fertigstellung des Innenausbaus entwickelt. Sein Herzstück besteht aus dem «Museum Caspar Wolf», das mit einer Dauer- und einer Wechselausstellung endlich eine seiner Bedeutung angemessene Heimstätte erhalten wird.

Immerhin war der Murianer Tischlersohn einer der bedeutenden Maler der romantischen Epoche, Mitte des 18. Jahrhunderts. Seine Landschaftsbilder, insbesondere seine Alpengemälde, gelten als stilprägend.

Als ergänzender Pol zu dieser musealen Einrichtung soll das «Singisenforum» als Forum für zeitgenössische Kunst in den neuen Räumen wieder eine Heimat finden. Es erhält eine flexibel nutzbare Infrastruktur und macht den Singisenflügel zu einem Ort der Begegnung.

Die Stiftung Murikultur plant darin Ausstellungen von zeitgenössischen, regionalen Kunstschaffenden, ein Atelier für Kunst- und Kulturvermittlung – das neue «Singisenatelier» – sowie Veranstaltungen Dritter.

Zeitgemässe Kulturvermittlung

«Mit dem Singisenforum öffnet sich das Haus für eine vielfältige Nutzung und wird dadurch für unterschiedliche Bevölkerungsschichten und Generationen attraktiv», sagt Heidi Holdener, Geschäftsführerin von Murikultur. «Wenn dieser Ausbau vollendet ist, dann haben wir das Kleeblatt komplett.»

Der Ausbau des Singisenflügels soll die Aktivitäten im Bereich Museen und bildende Kunst sinnvoll abrunden und darüber hinaus Synergien im Zusammenspiel der einzelnen kulturellen Ressorts von Murikultur realisieren. Angestrebt wird eine zeitgemässe Kulturvermittlung und eine gut koordinierte Kommunikation der Angebote.

Nicht zuletzt geht es darum, dank der nationalen und internationalen Bedeutung des berühmtesten «Sohnes» von Muri, dem pionierhaften Alpenmaler Caspar Wolf (1735–1783), zu einer noch grösseren kulturellen Ausstrahlung von Muri und des Kantons Aargau beizutragen. Bald schon soll mit den nächsten Schritten begonnen werden. «Wir hoffen, dass Ende 2017 alle Vorarbeiten beendet sind» meint Holdener.

Im Februar 2018 sollte der Umbau beginnen und auf Frühjahr 2019 ist die Eröffnung des Museums Caspar Wolf mit Singisenforum und Singisenatelier vorgesehen. Für die Umbaukosten von total 2,3 Millionen Franken ist man mit potenziellen Investoren im Gespräch. (az)