Muri
Murimoos steht vor Sanierungen und Neubauten

Die neue Strategie der Institution Murimoos «werken und wohnen» soll dieses Jahr klar werden. Das hält Herbert Thürig, Präsident des Trägervereins, in seinem Jahresbericht fest. Zur Umsetzung gehört auch die Sanierung der Wohnhäuser.

Eddy Schambron
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Was im Murimoos an Bio-Gemüse wächst, wird nicht nur im eigenen Laden direkt verkauft, sondern seit Jahren auch an Grossverteiler geliefert. ES

Was im Murimoos an Bio-Gemüse wächst, wird nicht nur im eigenen Laden direkt verkauft, sondern seit Jahren auch an Grossverteiler geliefert. ES

Thürig rechnet bei der Umsetzung der Strategie mit erheblichen finanziellen Belastungen. Unter anderem müssen die Wohnhäuser saniert werden. Die Generalversammlung des Vereins Murimoos werken und wohnen findet am 29. Juni statt.

Zwei Neubauten geplant

Neben der Sanierung der Wohnhäuser wird ein Neubau zur Schaffung von Wohnhausplätzen, die den Bedürfnissen psychisch kranker Menschen gerecht werden, notwendig.

Dazu braucht es einen Neubau, der Wohnplätze für Männer bietet, die über 65 Jahre alt sind, deshalb die IV-Rentenberechtigung verloren haben und trotzdem ihren Lebensabend im Murimoos verbringen möchten.

Schliesslich rechnet der Vereinsvorstand im Zusammenhang mit der künftigen Ausrichtung des Murimoos mit Aus- und Umbauten in den Produktionsbereichen, der Realisierung weiterer Aussenwohngruppen und der Neugestaltung der Direktvermarktung.

Die in den letzten Jahren immer wieder erwähnten Veränderungen im Murimoos seien tatsächlich ein Dauerthema, hält Thürig weiter fest. Vieles sei von aussen kaum sichtbar. «Insbesondere die schleichende Wandlung der Bewohnerstruktur ist nicht auf den ersten Blick erkennbar», schreibt Thürig.

Wohnsystem passt nicht mehr

Für viele sei das einheitliche Wohnsystem im Murimoos nicht die passende Lösung, stellt auch Direktor Hans Däpp fest. Das Pensionssystem stelle hohe Anforderungen an die
Eigenständigkeit der Bewohner, was viele nicht mehr erfüllen könnten.

«Mit der stetigen Zunahme psychisch erkrankter Bewohner steigt auch der Anspruch an die Betreuungsintensität, was wir oftmals nicht gewährleisten können.» Trotzdem seien die freien Wohnhausplätze in der zweiten Jahreshälfte wieder belegt worden, womit eine durchschnittliche Zimmerbelegung von knapp 96 Prozent erreicht worden ist.

«Damit sind wir weiterhin im Kanton Aargau ebenso wie im Einzugsgebiet der umliegenden Kantone ein attraktiver Anbieter von Wohn- und Beschäftigungsplätzen», schreibt Däpp in seinem Jahresbericht.

Produkte gut positioniert

Erfreulich sei, dass das Murimoos auch im 2012 in allen Betrieben eine positive Bilanz ziehen könne. «Unsere Produkte und Dienstleistungen sind am Markt gut positioniert», bemerkt Däpp.

Seit 16 Jahren produziert Murimoos biologische Lebensmittel mit dem Knospe-Label. «Was viele nicht wissen: Seit Jahren beliefern wir auch Grossverteiler mit Bio-Gemüse», schreibt Däpp.

Deren intensive Werbung für Bio-Produkte habe auch Auswirkungen auf die Nachfrage in den eigenen Läden. So konnte 2012 der Umsatz in der Direktvermarktung erneut um rund drei Prozent gesteigert werden.

Die Holzprodukte hätten sich weiter etablieren können, wie die Umsatzzahlen zeigten. «Auch die Holzspielzeuge erfreuen sich steigender Nachfrage.» Sie würden mit geringem Werbeaufwand ausschliesslich direkt vermarktet.

Die Murimoos-Betriebsrechnung zeigt bei einem Ertrag von 13,595 Mio. Franken und einem Aufwand von rund 12,886 Mio. Franken einen Betriebserfolg von 721 127 Franken. Die Vereinsrechnung schliesst mit einem Ertrag von 161 913 Franken und einem Aufwand von 40 743 Franken ab. Der Erfolg von 121 170 Franken fliesst ins Vereinskapital.