Muri
Murimoos steht in Zukunft auch Frauen offen

Murimoos werken und wohnen erfindet sich neu, wird in Zukunft Frauen aufnehmen und wesentliche bauliche Veränderungen vornehmen müssen. Das wurde an der Generalversammlung des Trägervereins bekannt.

Eddy Schambron
Merken
Drucken
Teilen
Heidi Schmid. Präsidentin des Vereins Murimoos werken und wohnen, und Direktor Hans Däpp (rechts) mit den abtretenden Vorstandsmitgliedern Kurt Jenny, Emil Wicky und Roland Hengartner (von links).

Heidi Schmid. Präsidentin des Vereins Murimoos werken und wohnen, und Direktor Hans Däpp (rechts) mit den abtretenden Vorstandsmitgliedern Kurt Jenny, Emil Wicky und Roland Hengartner (von links).

Eddy Schambron

Die neue Ausrichtung sieht ein diversifiziertes Wohn- und Beschäftigungsangebot für betreuungsbedürftige, psychisch und sozial benachteiligte Menschen vor, das auch Frauen offen steht. Für die Umsetzung der neuen Strategie ab 2018 hat der Vorstand mit Stephan Kohler einen externen Projektleiter eingesetzt.

Frauen sind bereits heute im Rahmen des überregionalen Beschäftigungsprogramms Allegra für Langzeitarbeitssuchende im Murimoos.

Keine Schulden mehr

Die Institution hat ein sehr gutes Jahr hinter sich, wie Direktor Hans Däpp ausführte. Die Auslastung lag bei 98 Prozent, es konnte erfolgreich eine Aussenwohngruppe mit drei Männern eröffnet werden, und gesamtbetrieblich wurde in der Rechnung 2013 ein Plus von gut 700'000 Franken verbucht. Damit hat Murimoos werken und wohnen heute keine Schulden mehr hat und steht «finanziell kerngesund» da, wie sich Däpp freut. Aber Veränderungen seien zwingend: Durch die demografische Entwicklung wird altersgerechtes Wohnen wichtiger. Heute sind bereits 24 Bewohner 65-jährig oder älter, Tendenz steigend. Sie sollen auch im Alter im Murimoos bleiben können, wenn sie nicht pflegebedürftig werden.

Weiter sind vermehrt geschützte Arbeitsplätze notwendig, weil gegenüber früher bei den Klienten psychische Erkrankungen häufiger sind. Beides ruft nach baulichen Veränderungen. So soll zusätzlich ein «Stöckli» mit 20 Plätzen gebaut werden. Bei den bestehenden Wohnbauten sind umfangreiche Renovationen nötig und im Bereich Werken werden neue Arbeitsplätze geschaffen, wie beispielsweise mit dem Projekt Abpackerei für die Grossverteiler Migros und Coop sowie mit dem Projekt Ölpresse, bei dem der Raps selber weiterverarbeitet wird.

Mit dem Projektleiter Strategie 2018 wurden fünf Handlungsfelder definiert: Angebote, Führung, Infrastruktur, Finanzen und Kommunikation. Pro Handlungsfeld arbeitet eine Projektgruppe, jeweils präsidiert durch ein Vorstandsmitglied, an der Konkretisierung. Ein Masterplan soll schliesslich einen Gesamtüberblick über die Infrastruktur und die verschiedenen zahlreichen internen und externen Vernetzungen des Murimoos geben. Auf dieser Grundlage sollen wiederum Bauten, Gebäudeanordnungen, Verkehrs- und Parkplatzregime, Freizeitangebote und Besucherlenkung zukunftstauglich gestaltet werden.

Neue Vorstandsmitglieder

Stark erneuert wurde der Vorstand: Roland Hengartner, Emil Wicky, Martin Egli und Kurt Jenny sind nach zum Teil vieljähriger Mitarbeit ausgetreten. Neu wurden Maria Küng, eidg. dipl. Buchhalterin/Controllerin, Muri, Magnus Hoffmann, Rechtsanwalt beim Kantonalen Sozialdienst Aarau, Wohlen, Helmut Lerzer, stellvertretender Direktor Psychiatrische Dienste Aargau, Zürich, und Paul Villiger, Leiter Zentrum Aettenbühl, Sins gewählt. Bestätigt für eine weitere Amtsperiode von zwei Jahren wurden Heidi Schmid, Präsidentin, Josef Angehrn, Buttwil, und Gino Fiorentin, Bremgarten.