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Murikultur: Leiter Felix Fassbind verkündet Rücktritt via Facebook

© Eddy Schambron

Felix Fassbind legt seinen Posten als Leiter des Singisenforums nach nur zehn Monaten nieder. In einem auf Facebook veröffentlichten Rücktrittsschreiben macht er Murikultur Vorwürfe. Die Organisation indes bedauert seinen Abgang.

Im vergangenen Januar hatte Murikultur Felix Fassbind als neuen Leiter des Singisenforums präsentiert. Nur zehn Monate später endet die Liaison des Künstlers mit der Kulturvereinigung. Fassbind hat Anfang Oktober seinen Rücktritt bei Murikultur eingereicht.

Auf Facebook veröffentlichte Fassbind vor wenigen Tagen seine Rücktrittserklärung. Darin macht er Murikultur happige Vorwürfe: So habe er sich aufgrund «falscher Versprechungen», «ungebührlichen Druckes» und «mangelnder Wertschätzung» zum Rücktritt von seinem ehrenamtlichen Posten gezwungen gesehen.

Fassbind relativiert Aussagen

Auf Anfrage relativiert Fassbind seine im Netz veröffentlichen Aussagen: «Es wurden nicht Versprechen gebrochen, sondern viel mehr haben sich durch die Umstände neue Entwicklungen ergeben.» Damit meint er die Schenkung des Singisenflügels an Murikultur durch Franz Käppeli. «Dadurch haben sich Dinge ergeben, die so nicht absehbar waren.»

Fassbind fühlte sich zudem durch «ultimative Forderungen vonseiten der Geschäftsführung und des Stiftungsrates» unter Druck gesetzt: «Schlussendlich handelt es sich bei meiner Tätigkeit um eine ehrenamtliche Arbeit.» Dass er Fehler gemacht habe, gibt Fassbind unumwunden zu, aber das müsse auch mal drin liegen.

Fassbind ist der Entscheid zurückzutreten nicht leichtgefallen, wie er selber sagt. Nun hofft er, dass sein Rücktritt etwas in Bewegung setzt: «Um die Ansprüche zu erfüllen, die sich Murikultur selber stellt, müssen die Strukturen überdacht werden.

Pilgrim: «Bedauerlicher Abgang»

Bei Murikultur bedauert man Fassbinds Rücktritt. «Wir haben ihm tolle Ausstellungen zu verdanken», sagt Urs Pilgrim, Präsident des Stiftungsrates von Murikultur. «Es tut mir leid, dass er sich unter Druck gesetzt fühlte.» Fassbind habe Visionen, durch seine Tätigkeiten ein sehr gutes Netzwerk und auch Erfahrungen mit der Vermittlung von Kunst. «Nur leider zeigte sich bald, dass er auf organisatorischer Seite Probleme hatte.»

So seien Einladungen für Ausstellungen zu spät oder gar nicht versandt worden und teilweise Ausstellungen nicht einmal auf der Website von Murikultur genannt worden. Als man Fassbind eine Co-Leitung für den organisatorischen Bereich des Singisenforums angeboten habe, habe dieser abgelehnt. «Er wollte unsere Hilfe nicht annehmen. Das ist auch das einzige, was ich ihm jetzt vorwerfen würde», sagt Pilgrim.

Zukunft ist noch offen

Wie es mit dem Singisenforum weitergeht, ist noch nicht klar. «Wir werden das Forum jetzt erst einmal zwei, drei Monate pausieren lassen, um zu sehen, wie es weitergehen soll», sagt Pilgrim. Auf der Suche nach einer Nachfolgeregelung wolle man vorerst die ehemaligen Mitglieder der Kommission des Singisenforums angehen.

Möglich wäre auch, dass die von Fassbind erstellten Konzeptionen auf privater Basis durchgeführt werden: «Entsprechende Abklärungen laufen derzeit», sagt Fassbind. Die Räumlichkeiten seien vorhanden, nun gehe es aber noch darum, die Finanzierung sicherzustellen.

Pilgrim sieht darin kein Problem: «Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Plattform für die Moderne Kunst in Muri weiter existieren wird.» Ob diese von Murikultur oder jemand anderem unterhalten werde, sei für ihn nicht zentral. «Wir sind kooperativ und wollen niemanden konkurrieren.»

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