Muri
Murianer Motocross: Mit dem Neuen kamen die Girls

Vor 40 Jahren waren es eine Handvoll Männer, die zusammen mit Fridolin Ender das erste Murianer Motocross auf die Beine stellten. Heute hat sich das Motocross zum beliebten Grossanlass gemausert und wird zum 40. Mal durchgeführt.

Eddy Schambron
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Beat Gassmann instruiert die Grid-Girls für ihren Auftritt am Startbalken.

Beat Gassmann instruiert die Grid-Girls für ihren Auftritt am Startbalken.

Eddy Schambron

Früher war es eine schlichte Veranstaltung. Heute übt die Traditionsveranstaltung am Pfingstmontag nicht nur auf Motocross-Freunde eine hohe Anziehungskraft aus. Der jetzige OK-Präsident Beat Gassmann hat das Motocross zu einem modernen Event getrimmt.

Das wäre 1975 unvorstellbar gewesen: Knackige Mädchen, sogenannte Grid-Girls bei der Startaufstellung, wie man sie aus dem GP-Zirkus kennt, Rock-Musik aus grossen Lautsprechern, etwas Show und Motorrad- sowie Zubehörausstellungen. Fridolin Ender und die Mitglieder des 1973 neu gegründeten Motorradsportclubs (MRSC) Muri waren froh, das erste Motocross bei schlechten Wetterbedingungen überhaupt ohne Defizit über die Runden zu bringen.

«Mit Durchhalteparolen, Kollegialität und viel Goodwill seitens von Landbesitzern und Behörden wurde aus dem kleinen Motocross Muri eine internationale Motorsportveranstaltung mit Ausstrahlung weit über die Landesgrenzen hinaus», freut sich der Club in seiner kurzen Rückschau. Tatsächlich entwickelte sich der Anlass zuerst 16 Jahre unter dem Präsidium von Fridolin Ender, dann weitere 16 Jahre unter Karl Müller und schliesslich seit 2006 unter Beat Gassmann zu einem beliebten Treffpunkt am Pfingstmontag für ganze Familien.

Jubiläumsfest am Samstag: Mit Rock-Konzert und Seitenwagen-Taxifahrten

Der Motorradsportclub (MRSC) Muri feiert die 40 Jahre Motocross Muri bereits am Samstag, 23. Mai, ab 15 Uhr, mit Taxifahrten im Seitenwagen auf der Aspi-Piste und ab 18 Uhr mit der Rock-Band Roadmaster. Über diverse Umwege und Bandauflösungen ist «Roadmaster» 2012 gegründet worden und rockt seither erfolgreich die verschiedensten Anlässe. Auf dem ganzen Festgelände gilt an diesem Tag freier Eintritt. Ebenfalls werden Bilder aus 40 Jahren Motocross Muri ausgestellt.

Am Pfingstmontag, 25. Mai, werden schliesslich wie gewohnt die Rennen gestartet. Nach dem freien Training und dem Zeittraining gehen um 10.45 Uhr als erste die Fahrer des Yamaha Cup an den Start, gefolgt um 11.25 Uhr von denjenigen der Kategorie Inter MX2. Nach der Mittagspause, um 13.15 Uhr, dröhnen die Motoren der Kategorie Inter MX Open auf. Der erste Lauf der Inter Seitenwagen startet um 14 Uhr. Die Siegerehrung ist für 18.15 Uhr vorgesehen. Dazwischen, um 16 Uhr, findet die Verlosung der Jubiläumstombola statt.

Als Hauptpreis gibt es einen Roller Yamaha Vity 125 zu gewinnen. Der Eintritt für Erwachsene kostet 10 Franken, derjenige für FMS-Mitglieder 18 und für Kinder bis 16 Jahre 7 Franken. Der MRSC verspricht mit dem Eintritt zusätzlich eine Überraschung. (es)

«Wir hätten damals nie geglaubt, dass wir diesen Anlass so häufig durchführen können», stellte Ender 2000 zum 25-Jahre-Jubiläum fest. Die Entwicklung ging nicht immer ohne Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen innerhalb des Organisationskomitees über die Bühne.

Hürden überwunden

Aber auch andere Hürden gab es in den letzten 40 Jahren zu überwinden. 1976 kam es zum Streit mit dem Verein «Wohnliches Muri-Dorf». Zehn Tage vor dem geplanten Rennen hatte das Organisationskomitee die Bewilligung vom Gemeinderat noch nicht. Die Auseinandersetzung konnte dann doch noch beigelegt werden. In schlechter Erinnerung ist das Jahr 1994.

In der Woche vor Pfingsten regnete es unaufhörlich und das Renngelände war so durchnässt, dass das OK in einer Krisensitzung am Sonntag die Veranstaltung absagte. Das komplett aufgebaute Renngelände wurde wieder geräumt. Am Pfingstmontag zeigte sich das Wetter allerdings von der freundlichen Seite. 2005, zum 30-Jahr-Jubiläum, liess OK-Präsident Kari Müller einen Oldtimer-Lauf starten.

Sehen Sie hier das Video des Murianer Motocrosses:

Dabei stand mit seinem Vorgänger Fridolin Ender, damals 74-jährig, der älteste Teilnehmer am Startbalken, der mit seiner Hedlund-SPP gleich noch den ältesten Töff stellte. Passagier war sein Sohn Fredy, der auch im heutigen OK aktiv ist.

Auch Regierungsrat Alex Hürzeler, Vorsteher des Departements Bildung, Kultur und Sport, würdigt den Anlass: «Was mit einer verrückten Idee einiger Motorsportfreunde begann und nicht nur von Beifall begleitet war, hat sich zum Grossevent mit Volksfestcharakter entwickelt.» Jedes Jahr besuchen nämlich bis 10 000 Personen das Motocross.

Damit sie spannende Rennen geniessen können, sind nicht nur die rund 70 Mitglieder des Clubs, sondern zahlreiche Helferinnen und Helfer im Einsatz. Weitere 150 Helferinnen und Helfer sind am Renntag dabei, um die Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Parkplätze zu weisen, ihnen Billette zu verkaufen oder sie zu verköstigen.

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