Die Aufgabe muss spannend sein: In seiner über 40-jährigen Geschichte hatte das Motocross Muri gerade einmal drei Chefs des Organisationskomitees. 16 Jahre lang nahm Fridolin Ender, ebenfalls Präsident des Motorradsportclubs (MRSC) Muri, diese Aufgabe wahr.

Ihm folgte Karl Müller, heute noch Club-Präsident, mit der gleich grossen Ausdauer nach. Seit 2006 senkt Beat Gassmann die Starterflagge, also an Pfingsten auch zum 12. Mal. Und nichts deutet darauf hin, dass er sie beiseitelegen will. «Mit gefällt Motorsport einfach», sagt er. Den Aufwand, den er für das Motocross jeweils betreibt, kann er nicht wirklich benennen. Sicher ist: Nach dem Motocross ist für den 53-Jährigen jeweils vor dem Motocross.

Mit Rahmenprogramm

Gassmann hat in seiner bisherigen Tätigkeit das früher klassische Murianer Motocross zum eigentlichen Motorsport-Event umgestaltet. Er blickte auf andere Motorsportveranstaltungen und erkannte: Es reicht nicht mehr, Motocross-Piloten rasant über die Piste fahren zu lassen. Er baute die Zahl der Verkaufs- und Präsentationsstände aus, er liess Grid-Girls zu heisser Rockmusik vor dem Startbalken antreten.

Wer jetzt Lust hat, kann in der MX-Academy, die junge Fahrerinnen und Fahrer ausbildet, gegen Bezahlung eine erste Runde auf einem Übungsparcours absolvieren. Es gibt ein Tattoo-Studio, einen Handy-Shop zum Laden der Mobiltelefone oder für kleinere Reparaturen, selbstverständlich verschiedene Verpflegungsstände, eine Festhütte, Tombola.

«Wer auf das Gelände kommt, soll das Bunte und die Vielfalt des Motorradsports erleben», sagt der OK-Präsident, der früher selber 20 Jahre lang Motocross gefahren ist. Mit diesem Rahmenprogramm bleibt es nicht beim Versprechen.

Das bedeutet nun nicht, dass Bewährtes über Bord geworfen wurde. Im Gegenteil: Der MRSC Muri opfert packendes Motocross nicht etwa dem Rummel, sondern lässt den Sport nach wie vor hautnah erleben.

Bewährtes bleibt

Am Pfingstmontag werden die Rennen in den Kategorien Inter MX2, Inter MX Open, Yamaha Cup und Inter Sidecar gestartet. «Motocross ist Spitzensport», macht Gassmann klar. «Was die Fahrer hier zeigen, ist fantastisch. Sie beherrschen ihre Maschinen, drehen im richtigen Moment auf, erwischen den Sprung im besten Fall ideal und fliegen so spektakulär weit».

Sie wissen die anspruchsvolle Strecke, die jeweils von den rund 70 Mitgliedern des MRSC eingerichtet und zwischen den Rennen unterhalten wird, zu schätzen. Kilometerweise Absperrseile, an 600 Pfählen entlang des 1,6 Kilometer langen Parcours, sorgen für die Sicherheit der Zuschauerinnen und Zuschauer. Das Land dafür sowie für die Parkierungsmöglichkeiten wird von vier Landwirten zur Verfügung gestellt.

Mit Partyabend

Während am Pfingstmontag die Motoren die Geräuschkulisse bilden, sind es am Samstagabend Dean Wilson and The Chilli Poppers im Festzelt. Der Eintritt für diesen Partyabend ist frei. Das Motocross startet am Pfingstmontag um 7.15 Uhr mit den ersten Trainingsläufen. Das erste Rennen wird um 10.30 Uhr gestartet.

Den Schluss bildet schliesslich der zweite Lauf der Seitenwagen um 17 Uhr. Ob im Fahrerlager oder bei Autogrammstunden, die Fans können ihren Fahrern in Muri nahekommen. Wie immer führt ab Muri ein kostenloser Shuttlebus aufs Gelände; signalisierte Gratisparkplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Piste.

Mehr Infos: www.mrsc-muri.ch