Muri

Murianer Lehrkräfte engagieren sich gleich vor Ort gegen Abbau

(Archivbild der Lehrerdemonstration 2014)

Die Lehrer von Muri wollen auch gegen den Abbau demonstrieren. Aber nicht in Aarau.

(Archivbild der Lehrerdemonstration 2014)

Mit einer Standaktion wehren sich Lehrpersonen und Schulleitung gegen Sparmassnahmen. Die Betreuung der Kinder ist gewährleistet.

Die Sparmassnahmen, die im Bildungsbereich vorgesehen sind, bringen Lehrpersonen und Schulleitung in Muri auf die Strasse: Am nächsten Dienstag, 8. November, werden sie beim Coop zwischen 13.30 und 16 Uhr einen Informationsstand betreiben. Zudem wird im Schulhaus Badweiher für interessierte Personen ein Informationscafé (13.30 bis 15.30 Uhr) eingerichtet.

«Wir wollen gegen diesen massiven Kahlschlag ein Zeichen setzen», halten sie in einer Mitteilung fest. «Zum wiederholten Mal soll bei den Schulen massiv gespart werden, dagegen wehren wir uns.» An diesem Dienstag berät der Grosse Rat über die geplanten Sparmassnahmen an den Aargauer Schulen.

Engagement vor Ort

Konkret beteiligen sich zwölf Lehrpersonen an der Aktion, wie Schulleiter Hubi Anderhub ausführt. «Wir haben uns gesagt, dass wir hier vor Ort mehr bewirken können als an der angekündigten Demonstration der Lehrkräfte am Dienstag in Aarau.»

Selbstverständlich sei es den Lehrpersonen aber freigestellt, sich an der Kundgebung in Aarau zu beteiligen. «Ein Teil geht nach Aarau, ein Teil unterrichtet», weiss Anderhub. An der Schule Muri unterrichten insgesamt 140 Lehrpersonen. So oder so ist während der Zeit die Betreuung der Kinder gewährleistet. Einige Eltern übernehmen das gleich selber.

Ab Richtung Zürich und Zug

«Die geplanten Massnahmen der Regierung sehen empfindliche Einschnitte vor, die schlussendlich vor allem zulasten der Kinder und Jugendlichen gehen», unterstreichen die Murianer. Auch wäre es vielen Lehrpersonen nicht mehr möglich, an der eigenen Klasse mit 23 oder weniger Schülerinnen und Schülern ein Vollpensum zu unterrichten.

«Damit wird dieser Beruf im Aargau völlig unattraktiv und es sind, gerade aus dem Freiamt, Abgänge über die Kantonsgrenze nach Zürich oder Zug zu erwarten.» Weiter werde die Möglichkeit des wichtigen und ergiebigen Unterrichts in Halbklassen stark eingeschränkt. Die Stundentafeln der Primarschule und Oberstufe werden reduziert, ohne den Lehrplan anzupassen.

Konkret geht es darum, ab Schuljahr 2017/18 den Unterricht in Halbklassen an der Primarschule zu reduzieren. Die Stundentafel an der Primarschule und auf der Oberstufe soll genauso reduziert werden wie Deutsch als Zweitsprache für fremdsprachige Kinder.

Vom Kanton finanzierte Angebote in den Bereichen Sprach-, Lese- und Bewegungsförderung sollen reduziert oder ganz gestrichen werden. Für die ausserschulische Jugendarbeit schliesslich sollen keine kantonalen Beiträge mehr geleistet werden.

17 000 Unterschriften

Am Dienstag findet nicht nur eine Protestkundgebung gegen den Abbau bei Bildung und Personal in Aarau statt. Mit einer Resolution gegen Bildungsabbau untermauern der Aargauische Lehrerinnen und Lehrerverband (alv), der Verband Aargauischer Schulleiterinnen- und Schulleiter VSLAG und der Verband Aargauer Schulpflegepräsidentinnen und -präsidenten VASP ihr Anliegen. Bis jetzt haben rund 17 000 Personen unterzeichnet.

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