Noch vor anderthalb Wochen war Abt Benno Malfèr in Muri, bei der Präsentation des neuen Klosterführers. Am Montag ist er im Alter von 70 Jahren überraschend gestorben. Der Abt des Klosters Muri-Gries war nicht nur mit dem Kloster Muri und mit der Vereinigung Freunde der Klosterkirche Muri, sondern auch mit dem Dorf Muri und seiner Umgebung stark verbunden. Davon zeugen seine häufigen und regelmässigen Besuche.

Benno Malfèr, am 20. Dezember 1946 in Gries in Bozen als Christian Malfèr geboren, besuchte das Franziskanergymnasium Bozen und trat 1965 ins Kloster Muri-Gries ein. Er wurde 1971 zum Priester geweiht. Sein Theologiestudium absolvierte er in München und Rom. Von 1981 bis 1991 unterrichtete er an der benediktinischen Hochschule in San Anselmo als Professor für Moral- und Pastoraltheologie und hatte dort bis heute einen Lehrauftrag.

Bereits 1991 wurde er als Nachfolger von Dominikus Löpfe zum 59. Abt von Muri-Gries gewählt. Er bekleidete im Rahmen der Schweizerischen Benediktinerkongregation das Amt des Präses von 1997 bis 2015 und stand zudem von 2003 bis 2012 der Salzburger Äbtekonferenz vor.

Väterlicher Begleiter

Martin Egli war 16 Jahre Präsident und ist heute Ehrenpräsident der Vereinigung Freunde der Klosterkirche Muri. «Abt Benno war 1992 Gründungsmitglied der Vereinigung und von Anfang an im Vorstand. Mit seinem fundierten Wissen war er immer eine grosse Stütze und ein väterlicher Begleiter», erinnert er sich. «Obwohl er den Wohnsitz in Gries hatte, war er an den Vorstandssitzungen in Muri lückenlos dabei.» Das drücke die starke Verbundenheit mit dem Kloster Muri aus.

«Er war auch der erste Abt seit der Klosteraufhebung, der, als das neue Hospiz eröffnet wurde, wieder in Muri logierte, wenn er in der Schweiz war». Schliesslich sei der Abt ein sehr volksnaher kirchlicher Würdenträger gewesen. «Er hat nach den Regeln des heiligen Benedikt gelebt, den Menschen geholfen und ihnen gedient, immer Zeit für ein Gespräch gefunden», sagt Egli.

Tiefsinnig und humorvoll

Der heutige Präsident der Vereinigung, der Murianer Pfarrer Georges Schwickerath, kannte Malfèr erst seit fünf Jahren, seit er Pfarrer in Muri ist. «Ich lernte einen sehr intelligenten, äusserst belesenen und bedachten Menschen kennen, der mir in dieser Zeit ein väterlicher Freund wurde», erklärt er. «Er war nicht nur ein tiefsinniger, sondern auch ein humorvoller und geselliger Mensch.» Schwickerath wird an Martini, am 11. November, einen Gedenkgottesdienst in Muri feiern. Das sein ein passendes Datum, da an diesem Tag das Patronatsfest der Klosterkirche Muri gefeiert wird. «Auch das Kloster Muri-Gries ist dem heiligen Martin geweiht.»

Der Murianer Kirchenpflegepräsident Thomas Suter macht deutlich, dass auch die katholische Kirchgemeinde mit dem Hinschied von Abt Benno Malfèr einen schweren Verlust erlitten hat. «Er beeindruckte uns mit Fachwissen und seinem klaren, analytischen Denken.» Ausserdem sei er sehr oft in Muri präsent gewesen. Die Kirchenpflege hat in der Klosterkirche ein Kondolenzbuch zum Gedenken an Abt Benno aufgelegt, in das sich die Bevölkerung eintragen kann.

Die Beisetzung in der Klostergruft findet am Freitag 1. September, 14.30 Uhr, in Muri-Gries, Bozen statt. Es werden Delegationen von verschiedenen orts- und regionalansässigen Institutionen an der Trauerfeier anwesend sein.