Muri
Trotz grosser Ungewissheit: Theatermacher hoffen noch auf «Amerika»-Spektakel im Sommer

Das Murianer Freilichttheater «Amerika» soll mit einem Jahr Verspätung Ende Juli die Premiere feiern. Ob es wegen der Coronapandemie wirklich klappt, ist offen. Noch bleibt den Machern der Optimismus und ein paar Wochen Zeit bis zu einer Entscheidung.

Marc Ribolla
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Schon ein Jahr her: eine der letzten Proben des Theaters «Amerika» im Februar 2020.

Schon ein Jahr her: eine der letzten Proben des Theaters «Amerika» im Februar 2020.

Bild: zvg

Wäre der Lauf der Welt noch normal wie vor einem Jahr, dann wären die historischen Kostüme schon längst in der Mottenkiste. Und viele Murianerinnen und Murianer mit dem Schiff in die USA ausgewandert.

So wie es eigentlich das Freilichttheaterstück «Amerika» erzählt, das vergangenen Juli im Klosterhof hätte Premiere feiern sollen und die Murianer Auswanderergeschichte Mitte des 19. Jahrhunderts schildert.

Daraus wurde bekanntlich wegen der Coronapandemie nichts. Die Aufführungen wurden neu um ein Jahr in den Sommer 2021 von Ende Juli bis Anfang September verschoben.

Bis Ende Februar sind keine Proben möglich

Nun hat sich die Coronasituation nicht wie erwartet entwickelt. Veranstaltungen sind verboten und auch Proben/Treffen mit mehr als fünf Personen sind bis mindestens Ende Februar nicht möglich.

Eine schwierige Lage, die die «Amerika»-Macher vor Herausforderungen stellt, aber den Optimismus nicht vergessen lässt. Produktionsleiterin Nicole Laubacher sagt über den aktuellen Stand der Vorbereitungen:

«Im Moment planen wir immer noch so, wie wenn eine Durchführung möglich ist. Wir haben noch Hoffnung.»

Gemäss Laubacher könne man abwarten bis ungefähr Mitte oder Ende März, bevor ein Entscheid gefällt werden müsse. Das mehrköpfige Produktionsteam steht in stetigem Austausch.

«Je nachdem, was dann von den Schutzmassnahmen wieder möglich und erlaubt wäre, könnten wir zum Beispiel mit Maskenpflicht und ausreichend Abstand die Proben aufnehmen. Und mit Vollgas am Stück arbeiten», sagt Laubacher. Beteiligt sind an «Amerika» neben einem künstlerischen Team aus mehreren Profis aus verschiedenen Bereichen auch rund 55 Laienschauspieler.

Aufführungen sind unter freiem Himmel

Einen möglichen Vorteil sieht die Produktionsleiterin in der späten Spielzeit und der Tatsache, dass das Theater unter freiem Himmel im Klosterhof stattfindet. «So können wir einerseits schon ab April vielleicht draussen proben», sagt Laubacher. Und auch die geplanten 18 Aufführungen im Sommer an der frischen Luft kämen entgegen.

Sie erinnert daran, dass im vergangenen Sommer ebenfalls einige Veranstaltungen möglich gewesen seien – mit entsprechenden Schutzkonzepten. Auf der Tribüne könnte man je nach Grösse mit genügend Abstand die Sitzplätze platzieren.

«Amerika» musste schon im vergangenen Jahr auf dieses Jahr verschoben werden.

«Amerika» musste schon im vergangenen Jahr auf dieses Jahr verschoben werden.

Bild: zVg

Die bereits gekauften «Amerika»-Tickets von 2020 sind nach wie vor gültig. Praktisch niemand habe eine Rückerstattung verlangt. Die Freiämter halten dem Theaterprojekt also trotz allem die Treue. Es habe sogar teilweise Gutscheinverkäufe im Dezember gegeben, freut sich Nicole Laubacher.

Kinderrollen nächstes Jahr schon zu gross?

Sollte es mit der Premiere heuer aber dennoch wieder nicht klappen, müsste eine erneute Verschiebung um ein Jahr ins 2022 analysiert werden. Beispielsweise bezüglich der Verfügbarkeit des Klosterhofs für eine solch mehrmonatige Produktion.

Es würde sich dann auch die Frage stellen, ob immer noch alle bisherigen Darsteller mit von der Partie wären. Oder überhaupt noch zur ursprünglichen Rolle passen. «Es könnte sein, dass dann zum Beispiel die Kinderrollen schon zu gross gewachsen sind», erläutert Nicole Laubacher.

Vorläufig möchten die Theatermacher aber noch nicht an solche Gedankenspiele denken. Es heisst abwarten, wie sich die Coronalage in den kommenden Wochen präsentiert. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch für «Amerika».