Noch besteht eine kleine Chance, dass Handball Wohlen am Samstag den Sprung auf den zweiten Rang schafft und sich damit für die Aufstiegsspiele zur Nationalliga B qualifiziert. Dafür braucht es aber einen Auswärtssieg gegen Kreuzlingen, gleichzeitig darf Uster im Spitzenspiel gegen die Seen Tigers nicht punkten. Dass die Wohler auf Schützenhilfe angewiesen sind, haben sie der enttäuschenden Leistung vom letzten Wochenende zu verdanken. Dort verloren sie daheim gleich mit 23:36 gegen Uster, das mit diesem Sieg an den Wohlern vorbeigezogen ist. «Das war eine enttäuschende Leistung. In dieser Saison haben wir noch nie so schlecht gespielt. Vor allem in der Defensive wurden wir überfahren», sagt Trainer Daniel Lehmann, der vermutet, dass sich seine Spieler zu sehr unter Druck gesetzt haben.

Wohlen: Zu viel Kräfteverschleiss

Die zweite Hälfte der Finalrunde lief ohnehin nicht nach dem Geschmack der Wohler. Nach dem Sieg in der Qualifikation konnten sie in der Finalrunde nahtlos an die starken Leistungen anknüpfen und gewannen sechs der ersten sieben Spiele. Zu diesem Zeitpunkt befanden sie sich auf Kurs Richtung Aufstiegsspiele. Doch je länger die Saison dauerte, desto mehr Mühe bekundeten sie.

«Uns ging der Saft aus. Der Kräfteverschleiss mit einem Kader von nur 14 Spielern ist enorm. Kommt hinzu, dass wir in der zweiten Hälfte der Finalrunde als Team nicht mehr gleich gut harmonierten. Man hat gemerkt, dass uns teilweise etwas die Erfahrung fehlt auf diesem Niveau», so Lehmann. Trotzdem ist er mit der Leistung seiner Spieler über die Saison mehr als zufrieden. «Wir konnten die Resultate der letzten Saison bestätigen und erreichten die Finalrunde. Das war unser Hauptziel.»

Muri: Über den Erwartungen

Rundum zufrieden ist Claude Bruggmann, der Trainer des TV Muri. Seine Equipe, die im Vorjahr noch gegen den Abstieg kämpfen musste, erreichte ebenfalls die Finalrunde und hat auch dort stark aufgespielt. Besonders in den vergangenen Wochen. In den letzten sechs Partien verliessen die Murianer das Spielfeld fünfmal als Sieger und näherten sich so der Spitze. Mit einem Sieg im abschliessenden Spiel gegen Fides St. Gallen hat der TV Muri gar die Chance, in der Tabelle an Wohlen vorbeizuziehen und die Finalrunde auf Rang 3 zu beenden. Vorausgesetzt, Wohlen bleibt gegen Kreuzlingen ohne Punkte. «Wenn wir die Saison auf Rang 3 beenden könnten, wäre das grossartig. Aber so oder so haben wir eine super Saison gespielt und meine Spieler eine tolle Entwicklung hingelegt», sagt Bruggmann. «Das haben wir zu Beginn der Saison nicht erwarten dürfen. Umso schöner, dass es jetzt geklappt hat.»

Die Murianer versuchen, im letzten Saisonspiel einen Sieg einzufahren. Denn mit Fides St. Gallen haben sie eine Rechnung offen. Sowohl im Cup als auch in der Finalrunde haben sie gegen die Ostschweizer knapp verloren. Allerdings beide Male auswärts. «Wir brennen auf eine Revanche. Zu Hause werden wir anders auftreten und alles versuchen, um dieses Spiel zu gewinnen», verspricht Bruggmann.

Nächste Spiele TV Muri, 29. April, 14 Uhr, Bachmatten Halle, gegen SV Fides St. Gallen. Handball Wohlen, 29. April, 19.30 Uhr, Kreuzlingen, gegen HSC Kreuzlingen.