Muri
Nur noch wenige Kilometer fehlen: Freiämter Läufer haben bald das Nordkap erreicht

Die Läufervereinigung Freiamt (LVF) Muri trainiert in der Regel zweimal wöchentlich. Weil Corona auch die Trainings verunmöglicht, rennen die Läuferinnen und Läufer nun virtuell bis rauf in den hohen Norden. Neue Challenges folgen im Monatstakt.

Nathalie Wolgensinger
Drucken
Der Herbstlauf 2019 bot alles, was das Läuferherz begehrt: Angenehm warme Temperaturen und eine abwechslungsreiche Strecke.

Der Herbstlauf 2019 bot alles, was das Läuferherz begehrt: Angenehm warme Temperaturen und eine abwechslungsreiche Strecke.

Gerry Frei (7.9.2019)

Die Motivation fürs Training, sie bleibt auch bei vielen Läuferinnen und Läufern während der Coronapandemie auf der Strecke. Gemeinsame Trainings sind abgesagt und Laufveranstaltungen finden schon lange nicht mehr statt.

Erich Thalmann. (Archivbild)

Erich Thalmann. (Archivbild)

Werner Schelbert

Erich Thalmann, Präsident der Läufervereinigung Freiamt Muri, lancierte Anfang Januar die Idee eines virtuellen Laufes. Sein Vereinskollege Roland Wick war Feuer und Flamme für die Idee. Er erzählt:

«Wir wollen unseren Mitgliedern eine Alternative bieten. Unser Ziel war es, dass wir gemeinsam 1000 Kilometer laufen, das ist etwa die Distanz bis nach Kopenhagen.»

Die beiden Läufer waren sich damals einig. «Das ist ein ehrgeiziges Ziel für unseren Verein mit rund 120 Mitgliedern», so Roland Wick, der die Website erstellte. Aber weit gefehlt: Kaum war die Website mit dem klingenden Namen «The Challenge» online, trugen die Vereinsmitglieder fleissig Kilometer ein.

Innerhalb kürzester Zeit waren die tausend Kilometer auch schon abgespult und das virtuelle Ziel, die Hauptstadt Dänemarks, erreicht. Wick erzählt:

«Wir waren uns einig, wer es bis nach Kopenhagen schafft, der schafft es auch bis ans Nordkap.»

Und so war das neue Ziel schnell gesetzt: Der nördlichste Punkt Europas, rund 3600 Kilometer von Muri entfernt, sollte es sein. Und siehe da: Es fehlen bloss noch 304 Kilometer (Stand Mittwoch, 27. Januar) bis zum Nordkap. Roland Wick freut sich:

«Das ist Wahnsinn! Das ist eine unglaublich lange Strecke, die wir gemeinsam gelaufen sind.»

Eintragen können sich momentan alle Läufer, die gerne an der Challenge teilnehmen wollen. «Bisher waren es vorwiegend Vereinsmitglieder, die mitmachten», so Wick. Die Frauen und Männer übertragen die Distanz und die Zeit, die sie für ihre Trainingsläufe benötigten, von ihren Tracking-Uhren auf die Website.

Weitere Challenges bis in den Monat Mai geplant

Und weil das Ende der Pandemie nicht absehbar ist, haben sich die Mitglieder der Läufervereinigung weitere Herausforderungen einfallen lassen. Im Februar gilt es, möglichst oft die Gemeinde Muri zu umrunden. Die Strecke wird online aufgeschaltet und muss nicht ausschliesslich gelaufen werden, man dürfe durchaus auch wandern oder spazieren, so Wick.

Im März hält der Verein ein «Zückerli »für die Teilnehmer des Herbstlaufes 2019 bereit: «Wir laden alle Läufer ein, nochmals eine gleich lange Strecke zu laufen», so Wick.

«Wir möchten die 4551 Kilometer, die letztes Jahr nicht gelaufen werden konnten, auf diese Weise nachholen.»

Im April wartet eine Herausforderung, die man zu Fuss oder auf dem Velo angehen kann. Dann gilt es nämlich, möglichst oft auf den Lindenberg hoch zu gehen und sich dort in ein spezielles Gipfelbuch einzutragen.

Im Mai veranstaltet der Verein dann eine Schnitzeljagd durch Muri. Wer alle Fragen richtig beantwortet, erhält zum Schluss ein Lösungswort.