Muri

«Muri Nights» stellt die Scheinwerfer ab - und lässt sich ein Hintertürchen offen

Candy Dulfer 2015 bei ihrem Auftritt auf der Bühne von Muri Nights. Die Veranstaltung wird voraussichtlich nie mehr stattfinden.

Die beliebte Open-Air-Veranstaltung des Filmklubs hat an verschiedenen Fronten zu kämpfen.

Immer höhere Gagenforderungen von Künstlerinnen und Künstlern mit ihren Bands, immer mehr Auflagen für die Veranstalter, immer schwierigerer Vorverkauf und Publikumszahlen, die unter den Erwartungen blieben – die traditionelle Murianer Open-Air-Veranstaltung «Muri Nights» im Klosterhof streicht die Segel. Das Team des Filmklubs Kino Mansarde hat die Einstellung der Veranstaltung beschlossen. Mit einem Hintertürchen allerdings: «Grundsätzlich möchten wir betonen, dass wir gegenüber Vorschlägen interessierter Vereine offen sind. Vielleicht kann auf diesem Weg ein neuer kultureller Event entstehen und sich wieder etablieren», sagt Thomas Haller, im Organisationskomitee unter anderem zuständig für den technischen Bereich.

Viele bekannte Namen

Muri Nights, das waren für viele Sommer spannende Filmerlebnisse, Comedy, Musik, gutes Essen in der sehr schönen Atmosphäre des Klosterhofs. Polo Hofer war schon auf der Bühne, Marc Sway oder Philipp Fankhauser begeisterten das Publikum, Sina, der Comedian Fabian Unteregger, Candy Dulfer und viele mehr.

Was ursprünglich als cineastischer Saisonabschluss des veranstaltenden Filmklubs Kino Mansarde begann, entwickelte sich über die letzten Jahre als eigenständige Veranstaltungsform mit einem speziellen Mix, der das Publikum aus einer weiten Region anzog. «Es war eine tolle Zeit mit vielen eindrücklichen Momenten», sagt Bettina Erni, OK-Präsidentin von Muri Nights. Aber für das Organisationskomitee wie auch für das Team des Filmklubs sei es Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen, obwohl viele positive Rückmeldungen von den Festivalbesucherinnen und -besuchern jeweils die Belohnung für die grosse Arbeit und Vorbereitung gewesen seien. «Rückblickend über die letzten Events sind die Anforderungen an Bühnentechnik und Auflagen an uns als Veranstalter stark angestiegen und die Kosten hierfür ebenso. Unsere Partner für Veranstaltungstechnik haben uns in den letzten Jahren so gut wie möglich unterstützt», erklärt Haller. Strukturelle Veränderung der Musikindustrie und die gewachsene Bedeutung von Konzerteinnahmen für Bands und Künstler führten in den letzten Jahren zu stark gestiegenen Gagenforderungen. Demgegenüber habe sich der Ticket-Vorverkauf ebenfalls sehr verändert. «Früher war ein guter Vorverkauf die Schlechtwetter-Versicherung für uns und gab eine höhere Planungssicherheit. Jedoch läuft gerade in den Sommermonaten kulturell sehr viel in der Region. Hinzu kommt, dass sich Besucher tendenziell immer kurzfristiger entscheiden. Tickets werden dann spontaner gekauft», so Edgar Habich, Medienverantwortlicher und ebenfalls OK-Mitglied. Trotz eines attraktiven Programms seien die Zuschauerzahlen letztlich in den vergangenen Jahren unter den Erwartungen des Veranstalters geblieben. Darüber hinaus sei die Belastung für das gesamte Filmklub-Team und freiwillige Helfer während Auf- und Abbau wie auch während der Durchführung von Muri Nights grösser geworden.

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Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

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