Es wäre diesen Sommer die zehnte «muri nights» im Klosterhof geworden. Aber das Organisationskomitee und das Kino-Mansarde-Team haben beschlossen, darauf zu verzichten - «aus personellen Gründen», wie es in einer dürren Mitteilung heisst.

«Es gab Differenzen», räumt Reto Holzgang, Präsident des Filmklubs Muri ein, ohne detailliert auf den internen Knatsch eingehen zu wollen.

Der Versuch, eine bescheidenere Form des Anlasses auf die Beine zu stellen, scheiterte.

«Deshalb haben wir beschlossen, den beliebten Film- und Livemusikanlass mit frischem Elan im Juli 2014 wieder auf die Beine zu stellen», sagt Holzgang.

Bedingungen gestellt

Die «muri nights» wurden bisher jeweils von einem bis zu fünfköpfigen Organisationskomitee auf die Beine gestellt.

Zwei Personen sollen im Zusammenhang mit der neuen Führung des Filmklubs – Holzgang ist seit 2010 Präsident des Vereins – Bedingungen für die Weiterarbeit im Organisationskomitee «muri nights» gestellt haben. Auf diese konnte oder wollte der Vorstand nicht eintreten.

Holzgang will zu Vereinsinterna keine Aussagen machen, bestätigt jedoch, dass nach den erfolgten Diskussionen für die Durchführung des Anlasses «etwas die Luft raus war».

Den Entscheid, dieses Jahr auf «muri nights» zu verzichten, müsse man auch vor dem Hintergrund des enormen Organisationsaufwandes sehen, hält Holzgang fest.

«Da sind fünf Leute vom Kinoteam ein volles Jahr lang an der Arbeit. Wenn diese Zusammenarbeit nicht optimal funktioniert, ist es sinnvoller, einmal zu pausieren und sich neu zu orientieren», betont er.

Kino nicht gefährdet

Auswirkungen auf das Murianer Kino Mansarde haben die vereinsinternen Diskussionen nicht, wie Holzgang bekräftigt. Aber auch hier ist ein Umbruch im Gange:

Im Herbst sind vier Abgänge im 18-köpfigen Vorstand zu ersetzen. «Wir suchen neue Leute», erklärt der Präsident. Gleichzeitig ist eine Arbeitsgruppe daran, die Organisation des Vereins zu überprüfen und allenfalls neu auszurichten.

«Mit der ganzen Digitalisierung und dem massiven Ausbau des Programms ist es nötig geworden, die bestehenden Strukturen einmal genauer anzuschauen», sagt er.

Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, das Kino Mansarde durch eine kleine, aber flexible Geschäftsleitung zu führen sowie verschiedene Kernteams zu bilden.

«Früher machte jeder alles. Das geht heute nicht mehr.» Überdies ist der Murianer Filmklub daran, mit der Gemeinde ein Umbauprojekt für das Kino Mansarde zu diskutieren. «Aber da ist noch nichts spruchreif.»

Traditionsreicher Verein

Der Filmklub Muri wurde 1976 gegründet. Der erste Film – «Harold and Maude» von Hals Ashby – wurde im damaligen Murianer Kino Pax (heutiges Radio- und TV-Geschäft Pabst) gezeigt.

Damals setzte sich der Verein zum Ziel, als Kontrast zu den Spaghetti-Western, die in den Landkinos liefen, den modernen, engagierten und künstlerisch wertvollen Film ins Freiamt zu bringen.

Im Dezember 1998 konnte der 50 000. Besucher gefeiert werden, im September 2011 der 100 000. Im gleichen Jahr sprachen sich die Mitglieder für den Kauf eines 110 000 Franken teuren Digitalbeamers aus und sicherten damit die Zukunft des Kinos im Klosterestrich.

Reto Holzgang ist der dritte Präsident des Klubs; er löste 2010 Hardy Ketterer ab, der den Verein 23 Jahre geführt hatte. Der TV-Journalist war bis vor einem Jahr als OK-Chef und -Mitglied auch Mitorganisator von «muri nights», die ursprünglich als Film Open-Airs begannen, an vorderster Front mit dabei.