Muri
Kloster-Zeitzeuge unter der Lupe von Fachexperten: Wie tragfähig ist die jahrhundertealte Stützmauer noch?

Wann die ehemalige Klostermauer am Südklosterrain in Muri gebaut wurde, weiss niemand so genau. Fest steht aber, dass sie einige Jahrhunderte alt ist und während dieser Zeit möglicherweise an Tragfähigkeit verloren hat. Ihr Zustand wird jetzt von Fachexperten genau überprüft.

Melanie Burgener
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Weil die Stützmauer am Südklosterrain in Muri in die Jahre gekommen ist, muss sie nun auf ihren Sanierungsbedarf untersucht werden.

Weil die Stützmauer am Südklosterrain in Muri in die Jahre gekommen ist, muss sie nun auf ihren Sanierungsbedarf untersucht werden.

Melanie Burgener

Einst war es ihre Aufgabe, das Klostergelände vom Gemeindegebiet zu trennen, dafür zu sorgen, dass die geistliche Welt nicht mit der weltlichen in Berührung kam. Heute erinnert das alte Gemäuer in Muri nur noch schwach an jene Zeiten. Doch als Zeitzeuge ist die Klostermauer bis heute ein wichtiger Bestandteil im Ortsbild der Gemeinde.

Der kantonalen Denkmalpflege wie auch der Gemeinde ist es ein Anliegen, dass die Überreste aus früheren Klosterzeiten erhalten bleiben. «Klostermauern beziehungsweise deren historischen Verlauf zu behalten und zu zeigen, dient dazu, ehemalige Klosterbezirke und deren Ausdehnungen zu illustrieren», sagt der kantonale Denkmalpfleger Reto Nussbaumer.

Damit der zirka 40 Meter lange Mauerabschnitt am Südklosterrain weiterhin erhalten bleibt und für den daran vorbeiführenden Verkehr keine Gefahr darstellt, muss er nun auf Sanierungsbedarf hin überprüft werden. Denn fest steht, dass die Stützmauer in all den Jahren stark beansprucht wurde, wie ihr aktueller Zustand zeigt.

Gemeinde behält die uralte Stützmauer im Auge

Wie alt die Klostermauer in Muri tatsächlich ist, kann auch Nussbaumer nicht genau sagen. Die jetzige sei wahrscheinlich beim Bau der privaten Häuser erstellt worden. Er vermutet:

«Eventuell wurde sie unter Verwendung beziehungsweise auf dem Fundament der ursprünglichen Mauer aufgebaut.»

Die Datierung einer solchen Mauer sei fast nicht möglich, auch wenn man wisse, dass das Kloster Muri um das Jahr 1027 gegründet worden ist. «Über all die Jahrhunderte wurde es mal mehr, mal weniger ausgebaut», so Nussbaumer.

b an der Stützmauer bald wieder gebaut werden muss, soll mit Sondagearbeiten, die in der vergangenen Woche stattgefunden haben, herausgefunden werden. «Lange war unklar, wer für die Mauer verantwortlich ist – die Gemeinde oder die Anstösser. Vorläufig hat man sich darauf geeinigt, dass die Gemeinde sie im Auge behält», erklärt Valmir Kurtisi, Bereichsleiter Tiefbau/Umwelt der Abteilung Bau und Planung in Muri.

Die Untersuchungen an diesem Bestandteil der ehemaligen Klostermauer seien eine Vorsichtsmassnahme, sagt Kurtisi. Im Vorfeld seien digitale Messungen durchgeführt worden. «Diese haben ergeben, dass es im Gestein keine Bewegungen gibt.»

Mörtel und Gestein werden auf Tragfähigkeit überprüft

Arbeiter der Firma LMP AG aus Beinwil am See sind auf Zustandsüberprüfungen an historischen Mauern spezialisiert. Sie haben Gesteinsproben aus Muri genommen.

Arbeiter der Firma LMP AG aus Beinwil am See sind auf Zustandsüberprüfungen an historischen Mauern spezialisiert. Sie haben Gesteinsproben aus Muri genommen.

Melanie Burgener

Jetzt haben Mitarbeitende der Firma LPM AG aus Beinwil am See, die auf Zustandsüberprüfungen von historischem Mauerwerk spezialisiert ist, Proben am Südklosterrain genommen. «Wir untersuchen, wie der Zustand von Stein und Mörtel ist, und führen Druckprüfungen durch», erklärten zwei Arbeiter vor Ort.

Gestein und Mörtel werden nun untersucht. Die Ergebnisse dieser Auswertung werden erst im Januar bekanntgegeben.

Gestein und Mörtel werden nun untersucht. Die Ergebnisse dieser Auswertung werden erst im Januar bekanntgegeben.

Melanie Burgener

Die Ergebnisse dienen als Grundlage, um zu beurteilen, wie tragfähig der Mauerabschnitt noch ist und welche Sanierungsmassnahmen allenfalls nötig sind. Sollte eine Instandsetzung anstehen, muss man «wie bei allen denkmalpflegerischen handwerklichen Massnahmen auf ähnliche Materialien und Techniken achten. Dann bleibt der historische Charakter erhalten», erklärt Nussbaumer.

Baumeister, die mit historischen Mauern vertraut seien, können solche Bauwerke gut wiederherstellen, ist er sich sicher. Die Ergebnisse der Auswertung der Proben werden aber erst etwa im Januar bekannt gegeben, hält Valmir Kurtisi fest.

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