Muri
«In diesem Fall war die Sanierung eine Knacknuss»: Der zehnte Energiepreis würdigt Engagement der Kirchgemeinde

Zum zehnten Mal hat das Muri Energie Forum zusammen mit der Gemeinde den Energiepreis verliehen. In diesem Jahr wurde die Katholische Kirchgemeinde für ihre Vorbildfunktion ausgezeichnet. Sei spart nun jährlich rund 22'000 Liter Heizöl ein.

Melanie Burgener
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Hans-Peter Frey (links) und Brigitte Keusch von der Katholischen Kirchenpflege Muri nehmen den Energiepreis entgegen. Überreicht wird er von Stefan Staubli, Präsident vom Muri Energie Forum.

Hans-Peter Frey (links) und Brigitte Keusch von der Katholischen Kirchenpflege Muri nehmen den Energiepreis entgegen. Überreicht wird er von Stefan Staubli, Präsident vom Muri Energie Forum.

Melanie Burgener

«Einen besseren Tag hätten wir uns wohl nicht aussuchen können, um übers Heizen zu sprechen», sagt Stefan Staubli. Während der Präsident vom Muri Energie Forum seine Rede hält, hängt der Nebel tief über der Pfarrkirche. Die Gäste vergraben ihre Hände in den Taschen. Unter ihnen Mitglieder der katholischen Kirchgemeinde Muri. Sie blicken zufrieden in die Runde, im Wissen, dass es im Innern ihrer Räumlichkeiten warm sein wird.

Geheizt werden die Gebäude der Institution heute mit erneuerbarer Energie. Das war aber nicht immer so. Bis vor drei Jahren gab es auf dem Kirchbühlareal zwei grosse Öltanks. Beide wurden in den vergangenen Jahren ersetzt. Im Pfarrhof gibt es nun bereits in der dritten Heizperiode eine Erdsondenwärmepumpe, in der Pfarrkirche seit zwei Jahren eine Holzpelletheizung.

Etwa 22'000 Liter Heizöl können damit pro Jahr eingespart werden. Für diesen Beitrag, den sie damit zur Energiewende leistet, wurde die Katholische Kirchgemeinde mit dem diesjährigen mit 2000 Franken dotierten Energiepreis ausgezeichnet.

Kirchgemeinde hat Herausforderungen erfolgreich gemeistert

Bereits zum zehnten Mal hat das Muri Energie Forum zusammen mit der Gemeinde den Energiepreis verliehen. Die Kriterien der Jury, darunter Steigerung der Energieeffizienz, Anwendung erneuerbarer Energie und Ressourcenschonung, hätten in diesem Jahr einige eingereichte Projekte erfüllt. Die Kirchgemeinde aber hätte sich aber vor allem in Bezug auf die Schwierigkeit ihrer denkmalgeschützten Gebäude vorbildlich verhalten, betonte Staubli.

«Im Falle der Kirchgemeinde war das mit der umfassenden Sanierung eine Knacknuss», sagte er. Denn historische Gebäude wie die Pfarrkriche könne man beispielsweise nicht einfach neu isolieren. «Wir haben verschiedene Saierungsmöglichkeiten in Betracht gezogen. Auch über eine Solaranlage haben wir diskutiert, aber auch das war aus Sicht der Denkmalpflege nicht möglich», erklärte Hans-Peter Frey, Verantwortlicher für das Ressort Bau und Liegenschaften der Kirchenpflege.

Auslöser für dieser Pläne waren Gebäudeanalysen, die die Kirchgemeinde aufgrund des Projektes «Energieanalysen Industrie und Gewerbe» des Energie Forums im Jahr 2015 gemacht hat. «Für uns war klar, dass wir die Ergebnisse dieser Untersuchungen nicht einfach in den Akten ablegen», so Frey. Mit den beiden Heizungen, die zusammen rund 450'000 Franken gekostet haben, hätten sie aber einen guten Weg gefunden, ihren Energieverbrauch zu senken.

Auch Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger zeigte sich beeindruckt über das Engagement: «Damit kann die Kirchgemeinde andere motivieren, ebenfalls schwierige Themen oder die Sanierung alter Gebäude anzugehen.»

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