Muri

Muntwyler-Schwiegertochter macht Kunst mit Alu

Helene Muntwyler zeigt ein preisgekröntes Werk von ihr, im Hintergrund Werke ihres Schwiegervaters Hermann Arnold Muntwyler. ES

Helene Muntwyler zeigt ein preisgekröntes Werk von ihr, im Hintergrund Werke ihres Schwiegervaters Hermann Arnold Muntwyler. ES

Die Werke des früher bekannten Aargauer Künstlers Hermann Arnold Muntwyler sind wieder zu entdecken.

Diese Ausstellung in Muri ist in verschiedener Hinsicht speziell. Einerseits hängen die Bilder im Gasthof Ochsen an der Wand, andererseits könnten die Werke der zwei Kunstschaffenden, die ausgestellt werden, unterschiedlicher nicht sein. Und ganz speziell: Hermann Arnold Muntwyler ist der Schwiegervater von Helene Muntwyler, die ihre Bilder aus dünnem Aluminium kreiert.

Hermann Arnold Muntwyler (1898– 1984) hatte hervorragende Kritiken, als er 1939 seine Arbeiten im «Salon des Tuilleries» in Paris ausstellte. Er malte viele Landschaften, war bekannt für seine meisterhaft umgesetzten Blumenmotive, in den frühen Jahren auch für die damals beliebten Silhouettenzeichnungen. Sein künstlerisches Lebensziel waren jedoch abstrakte Darstellungen, die zwischen 1945 und 1957 entstanden sind. «Die Landschaftsbilder verkauften sich gut», erinnert sich sein Sohn René, «aber die abstrakten Darstellungen waren seine Leidenschaft.» Zudem wurden mit seinen Motiven damals sehr beliebte Künstlerkarten gedruckt, die auch heute noch zum Teil ins Angebot kommen. Nach Muntwylers Tod 1984 geriet dieser Kunstschatz für lange Jahre in Vergessenheit und wurde erst 2008 wieder entdeckt.

Überblick über das Werk

Die im November 2015 von Helene und René Muntwyler publizierte illustrierte Monografie über den Künstler ermöglichte einen ersten Überblick über das reiche künstlerische Schaffen Muntwylers. Im Sommer 2016 folgte das Buch «Gezeichnetes von Hermann Arnold Muntwyler», eine Reproduktion der späten Skizzen und Zeichnungen. Beide Bücher gehen sehr sorgfältig mit dem Kunstvermächtnis um. Mit der Ausstellung im «Ochsen» in Muri bietet sich nun zum ersten Mal wieder die Gelegenheit, diesen Aargauer Künstler in der direkten Begegnung mit seinem vielfältigen Werk kennen zu lernen. Grossformatiges ist allerdings aus Platzgründen nicht zu sehen.

Aus Aluminium

Ganz anderer Art ist die Kunst von Helene Muntwyler, der Schwiegertochter. Aus Aluminium von Getränkedosen, Joghurtdeckeln, Senftuben und anderen Verpackungen schafft sie feine, faszinierende biblische Alu-Collagen. Dieses Material eignet sich dank der verschiedenartigen Oberflächenstruktur und seinem Glanz hervorragend als Werkstoff zur Darstellung von sakralen Motiven und Votivbildern. Mit ihren schillernden Collagen knüpft Muntwyler an die uralte Tradition der Ikonenmalerei an, aber ebenso an die Mosaik-Kunst. Zusätzlich sind die Bildmotive betont mit hebräischen und griechischen Urtexten aus dem Alten, respektive Neuen Testament.

Die Ausstellung im Gasthof Ochsen in Muri dauert noch bis 9. Juni.

Meistgesehen

Artboard 1