Bezirkswahlen

Mühsame Suche nach neuen Schulräten: Muri konnte als einziger Bezirk nicht alle Sitze besetzen

Bei den Schulratswahlen stösst der Bezirk Muri auf Schwierigkeiten. (Themenbild/Bez und SeReal Muri)

Bei den Schulratswahlen stösst der Bezirk Muri auf Schwierigkeiten. (Themenbild/Bez und SeReal Muri)

Für die Neuwahlen in den Schulrat des Bezirks Muri stehen bisher nur fünf offizielle Kandidaten für sieben Plätze fest. Bisher wurde niemand von der CVP ins Spiel gebracht. Voraussichtlich können alle Sitze innerhalb der Nachmeldefrist besetzt werden.

Seit vergangenem Mittwoch sind alle Kandidaten für die Bezirkswahlen am 27. September im Amtsblatt publiziert. Bei der Ansicht der Schulratskandidaten fällt auf, dass der Bezirk Muri der einzige der elf Aargauer Bezirke ist, in dem nicht alle Sitze in der offiziellen Frist besetzt werden konnten. Für die sieben Sitze stellen sich vorerst nur fünf Kandidierende zur Verfügung.

Als einzige Bisherige fungiert Helen Brun Rüegg (SP, Muri) auf der Liste. Die sechs weiteren Bisherigen treten nicht mehr an. Als neue Bezirksschulräte möchten Nicolas Abbondanza (FDP, Muri), Reto Jenny (SVP, Benzenschwil), Tobias Schär (GLP, Merenschwand) und Fabian Trüb (SVP, Aristau) gewählt werden.

CVP steht in der Bringschuld

Der Schulrat wird als übergeordnete Instanz nur aktiv, wenn es von Seiten der Eltern Beschwerden gegen Entscheide einer Schulpflege gibt. Doch weshalb gestaltet sich die Suche nach valablen Bewerbern so schwierig? Der amtierende Schulratspräsident Matthias Müller (FDP, Merenschwand) sagt zur AZ: «In erster Linie sind die Parteien verantwortlich, da der Schulrat doch eine Behörde ist. Auffallend ist, dass bisher niemand von der CVP ins Spiel gebracht worden ist. Die CVP hatte bisher zwei Mitglieder und steht meiner Ansicht nach in der Bringschuld.»

Von einer solchen Bringschuld möchte die Präsidentin der Bezirks-CVP, Franziska Stenico-Goldschmid, nicht unbedingt sprechen. Die Grossrätin erklärt, weshalb es der Partei nicht gelang, rechtzeitig Kandidaten zu stellen und gibt gleichzeitig Entwarnung.

Die Suche war erfolgreich

«Es spielten verschiedene Gründe mit. Man wusste lange nicht, ob die Wahlen stattfinden. Als sie feststanden, haben wir uns zu lange auf einen Arzt und einen Juristen fokussiert, aber dann gemerkt, dass dies nicht geht. Wir erhielten durchwegs Absagen und allfällige Kandidaten hatten andere Bedenken. Wir schafften es einfach nicht rechtzeitig», sagt Franziska Stenico-Goldschmid.

In den letzten Tagen hat sich die CVP nun intensiv mit zusätzlichen Kandidaten befasst und auch den Kontakt zu den anderen Parteien gesucht. Nach neustem Stand ist die Suche erfolgreich gewesen, womit aller Voraussicht nach doch alle sieben Sitze innerhalb der Nachmeldefrist besetzt werden können. Diese läuft noch bis Montag, 10. August, um 12 Uhr.

Kampfwahlen in Bremgarten und Brugg

Die CVP zieht ihren Lehren aus der mühsamen Suche. Die Präsidentin sagt selbstkritisch: «Wir haben gelernt, dass wir ähnlich wie bei den Grossratswahlen rund ein Jahr vorher mit der Kandidatensuche starten müssen. Wir haben dies ein wenig unterschätzt.» Ein Anliegen sei, dass es bei einem Gremium wie dem Schulrat nicht zu einer Kampfwahl komme. Im Gegensatz zu Muri steht aber beispielsweise in den Bezirken Bremgarten und Brugg fest, dass es sicher Kampfwahlen gibt. Dort stehen acht offizielle Kandidaturen für sieben Sitze fest.

Der scheidende Schulratspräsident Matthias Müller tritt übrigens nur ab, weil er aus dem Bezirk Muri wegzieht und das Amt an den Wohnort geknüpft ist. «Es war ein interessantes Amt und machte mir in den letzten vier Jahren sehr viel Freude. Ich erlebte die Zusammenarbeit sehr kollegial», sagt er.

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