Motorrad-Duft
Motorradtechnik und die Welt der Düfte treffen aufeinander

«L’Homme Sport» wurde an einem interessanten Ort präsentiert: Bei Egli Motorradtechnik. Parfummarke Yves Saint Laurent hatte für ihren Videoclip einen französischen Schauspieler gewonnen. Dieser wählte für den Spot ein Bike des Motorradkonstrukteurs.

Verena Schmidtke
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Das Parfüm präsentiert auf dem Egli-Vincent-Bike.

Das Parfüm präsentiert auf dem Egli-Vincent-Bike.

Verena Schmidtke

Für die Präsentation ihres neuen Herrenparfums «L’Homme Sport» hatte sich die Yves Saint Laurent Group (YSL) mit der Egli Motorradtechnik AG einen interessanten Ort ausgesucht. Auf den ersten Blick passen exklusive Düfte und Töffs nicht unbedingt zusammen, doch die neue Werbekampagne bringt beides gekonnt zueinander.

In ihrer Präsentation der neuen Kampagne weist Melanie Malhamé, Group Managerin bei YSL, mit Ereignissen wie den Olympischen Spielen und der WM auf das sportliche Jahr 2014 hin. Dazu passe eine Neuinterpretation des Duftklassiker L’Homme aus dem Jahr 2006 perfekt, erklärt sie. Ab Mitte Mai ist «L’Homme Sport» in der Schweiz erhältlich.

Für die Werbekampagne konnte YSL den charismatischen französischen Schauspieler Olivier Martinez gewinnen. In dem Spot fährt er auf einem Motorrad durch eine surreale Landschaft. An diesem Punkt kommt der bekannte Motorradkonstrukteur Fritz Egli ins Spiel: Denn Martinez wählte das Motorrad für den Dreh selbst aus und entschied sich für ein Egli-Vincent Bike, erzählt Malhamé.

Gerade das Motorrad mit seinem nostalgischen Charme betont die eleganten und rockigen Akzente der Kampagne. «Und damit bot sich die Egli Motorradtechnik AG als passender Ort für die Präsentation natürlich an», erklärt Fabienne Notter, die Presseverantwortliche von YSL.

Fritz Egli selbst zeigte sich sehr angetan von dem Werbefilm: «Natürlich freut es mich sehr, dass der Töff in der Kampagne dabei ist.» Aus beruflicher Erfahrung weiss er, dass momentan der Retro-Trend auch bei Motorrädern sehr gefragt ist. Deswegen passe das Egil-Vincent-Bike seiner Meinung nach hervorragend zum neuen Duft «L’Homme Sport». Auf die Frage, was ihm denn besser gefalle, Garagenduft oder das neue Parfum, antwortet Egli, er möge beides, trage im Alltag aber meistens den Garagenduft.

Faszination für Vincent-Motorräder

Egli ist nicht nur wegen seiner Motorradkonstruktionen international bekannt, sondern auch wegen seines spektakulären Geschwindigkeitsweltrekords im Jahr 2010. «Schon als kleiner Bub faszinierte mich Technik», berichtet Egli. Diese Faszination begleitet ihn heute noch.

Besonders die Vincent-Motorräder bewunderte der gelernte Feinmechaniker sehr. In den 60er-Jahren fuhr Egli recht erfolgreich Rennen mit seiner Vincent Black Shadow. «Nur für den ersten Platz reichte es nicht», erinnert er sich lächelnd, «bis ich schliesslich das Rahmenkonzept analysierte und verbesserte.»

Dabei sei ihm immer wichtig gewesen, das sehr ausgefeilte Konstruktionsprinzip der Vincent beizubehalten, er hätte es nur verfeinert und angepasst. Nach diesem Tuning gewann Egli jedes Rennen. Dennoch entschied er sich aus dem Renngeschäft auszusteigen: «Mir fehlt einfach der Killerinstinkt.»

In Bettwil baute er ein florierendes Geschäft auf. Ein heute 13 Leute umfassendes Team entwickelt für eine weltweite Kundschaft importierte Motorräder weiter, das meiste in aufwendiger Handarbeit. Der 77-jährige Egli denkt sogar über einen erneuten Weltrekordversuch nach: «Der Adrenalinkick ist einfach grandios!»