Es kommt nicht oft vor, dass Freiämter so viel Gefallen an Dreck und Lärm finden wie am vergangenen Wochenende. Am Samstagmorgen nämlich hat sich das beschauliche Hilfikon innerhalb von nur wenigen Stunden zum Treffpunkt der Schweizer Motocrossszene verwandelt. Unzählige Autos aus der ganzen Schweiz, zahlreiche Wegweiser und vor allem ein ohrenbetäubendes Motorengeheul liessen einen schnell erkennen, dass es sich beim traditionellen Motocross Wohlen um weit mehr als ein kleines Töfflirennen handelt. Insgesamt fuhren nämlich über 400 Rennfahrer aus ganz Europa um den Sieg.

Optimales Motocross-Wetter

Das alljährliche Motocross in Hilfikon ist schon seit langer Zeit Tradition und wurde dieses Jahr bereits zum 59. Mal durchgeführt. OK-Präsident Ueli Hilfiker war bereits in den vergangenen elf Jahren für die Organisation des Grossanlasses zuständig.

Die Situation, dass beim Saisonstart in Hilfikon gleich in zwei Kategorien auch noch eine Europameisterschaft durchgeführt wird, war aber auch für ihn neu. Eine grosse Rolle habe das aber nicht gespielt, sagt Hilfiker: «Wir haben unterdessen sehr viel Erfahrung und wissen, welche Abläufe wichtig sind – die zwei Europameisterschaften machen da auch keinen grossen Unterschied mehr.» Auch dieses Jahr war der Publikumsandrang wieder enorm – trotz verhältnismässig eher schlechtem Wetter.

Der bedeckte Himmel und die paar Regentropfen störten Hilfiker aber überhaupt nicht: «Natürlich wäre es für das Publikum besser, wenn man mit dem T-Shirt am Streckenrand stehen könnte, aber für uns ist dieses Wetter optimal. Die Fahrer haben nicht zu heiss und es gibt durch den Regenfall keinen Staub, der die Sicht behindert. Wir hatten wirklich Glück.» Am Sonntagnachmittag zeigte sich die Sonne dann doch noch etwas – zur besonderen Freude der Glacéverkäufer und der Fotografen.

Mehr als nur verdreckte Schuhe

Dem Publikum des Motocross Wohlen wurde am vergangenen Wochenende so einiges geboten, denn auf der technisch anspruchsvollen Rennstrecke waren spektakuläre Sprünge und riskante Überholmanöver vorprogrammiert. Teilweise trennte das Publikum weniger als eine Armlänge von den Rennfahrern, welche mit Höchstgeschwindigkeiten an ihnen vorbeirasten.

Auch neben der Rennstrecke kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten. So konnte man bei Autogrammstunden die Motocrossstars persönlich kennenlernen oder bei einem Helikopterflug das ganze Geschehen aus der Vogelperspektive betrachten. In den Rennpausen lud zudem das Festzelt dazu ein, das Erlebte bei einem Bier und einer Bratwurst rekapitulieren zu lassen. Und so verlässt man am Sonntagabend die Arena nicht nur mit verdreckten Schuhen und dröhnenden Ohren, sondern auch mit tollen Einblicken in die faszinierende Welt des Motocrosssports.