500 Landwirte aus dem Freiamt und noch viele andere aus den Nachbarkantonen liefern ihr Mostobst bei der Fremo-Interdrink AG in Muri ab. Daraus produziert die Firma für den Schweizer Markt Konzentrate, aus denen auswärts Apfelsäfte gemacht werden.

«In vielen Apfelsäften, die in unserem Land getrunken werden, ist also auch Obst aus dem Freiamt enthalten», sagt Adi Götschmann, Geschäftsführer der Fremo-Interdrink. Die erstklassigen Absatzkanäle hat sich die Firma mit der Produktion von Essig gesichert. Der Essig wird vorab in Reformhäusern, Drogerien und Apotheken verkauft. «Unser Bioessig ist die Nummer eins in der Schweiz», sagt Götschmann stolz.

Hochbetrieb im Oktober

Die Traktoren fahren reihenweise vor die Rampe und laden ihr Mostobst aus – unter ihnen auch der 77-jährige Landwirt Paul Mosimann aus Kallern. «Die Anlieferung hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht», sagt Götschmann. «Um den 10. Oktober herrscht bei uns Hochbetrieb.»

Dann arbeitet die kleine, aber schlagkräftige Crew der Firma im Schichtbetrieb Tag und Nacht, um das Mostobst zu verarbeiten. Mit dabei ist auch Othmar Gut aus Muri, dessen Familie von 1920 bis 1983 in Muri eine Mosterei betrieb. Nun kann Gut bei Fremo-Interdrink sein Fachwissen einbringen. «Heuer ist ein ziemlich schwaches
Obstjahr», erläutert Götsch-mann. Schwankungen sind für ihn normal.

Die Fremo-Interdrink AG profitiert von der Standortgunst. «Die Freiämter Bauern sind heilfroh, dass sie ihr Mostobst einem Verwerter in der Nähe abliefern können», sagt Götschmann. Wie viel er den Landwirten für das Mostobst bezahlen kann, richtet sich nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Der Schweizerische Obstverband gibt jedes Jahr Richtpreise heraus. Heuer liegt der empfohlene Preis bei 33 Franken pro hundert Kilo.

Die Qualität gibt den Ausschlag: «Ich nehme nur sauberes, ausgereiftes und gesundes Mostobst an», betont der Waagmeister Karl Sonderegger, der über eine lange Berufserfahrung verfügt. Mostäpfel und -birnen wachsen zur Hauptsache an Hochstammbäumen. Die Fremo-Interdrink AG hat ein «Kässeli», womit sie die Hochstammbäume fördert.

Konsum zieht wieder an

Der Mostkonsum zieht nach einer Durststrecke wieder an. «Die Erfindung der Schorle trägt dazu bei», sagt Götschmann. «Die Leute haben gemerkt, dass Apfelsaft ein gesundes Naturprodukt ist.» So blickt Götschmann optimistisch in die Zukunft. «Unser Betrieb ist durchrationalisiert und solid aufgestellt.»