Muri
Mörgeli wünscht sich mehr Aargauer in Zürich

Die SVP Muri organisierte die 1. Freiämter Landsgemeinde. Nebst Milly Stöckli waren auch Nationalrat und Ständeratskandidat Ueli Giezendanner sowie Nationalrat Christoph Mörgeli vor Ort. Mörgeli wünscht sich mehr Aargauer in Zürich.

Eddy Schambron
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Christoph Mörgeli und Nationalrätin Milly Stöckli waren an der 1. Freiämter Landsgemeinde anzutreffen. Ebenso Zottel, der Geissbock von Nationalrat Ernst Schibli.

Christoph Mörgeli und Nationalrätin Milly Stöckli waren an der 1. Freiämter Landsgemeinde anzutreffen. Ebenso Zottel, der Geissbock von Nationalrat Ernst Schibli.

AZ

So schön ist die Schweiz: Auf kleinstem Raum kamen am Samstag Tamilen und die SVP in Muri zusammen. Beide liessen sich in ihren Programmen nicht stören. Die tamilischen Frauen feierten in schönen, bunten Gewändern das sogenannte Pubertätsfest im Festsaal, die SVP hemdsärmlig den Wahlkampf mit der 1. Freiämter Landsgemeinde im Klosterhof. Benjamin Brander, Präsident der Orts-SVP Muri, erklärte, wenn Zottel, der Geissbock von SVP-Nationalrat Ernst Schibli, in einer anderen Partei wäre, «würden sie ihn in den Bundesrat wählen».

Retter der Schweiz

«Wo wären wir, wenn wir 1992 in den EWR eingetreten wären? Wo wären wir, wenn 1981 der Zürcher Christoph Blocher nicht angetreten wäre, die SVP nach vorne zu bringen, um die Schweiz zu retten?», fragte Nationalrat und Ständeratskandidat Ueli Giezendanner. «Wo wären wir, wenn wir im Euro-Raum wären?» Das Nein der SVP sei ein klares Ja zu diesem Land, meinte er mit geballter Faust. Deshalb gelte es auch Nein zu sagen zu mehr Steuern, Gebühren und Abgaben. «Alles, was man dem Staat gibt, fährt er gegen uns auf.»

Dabei sei es gar nicht so einfach, sich politisch zu engagieren «wenn man nur noch mit Bodyguards im Bahnhof Aarau Unterschriften sammeln kann». Da er sich im Klosterhof auf «fast heiligem Boden» befand, rief Giezendanner auch dazu auf, die Kirche nicht weiter verpolitisieren zu lassen. «Nehmt Einfluss auf die Kirchen, sie sollen Zufluchtsorte sein, wenn es uns schlecht geht.»

Keine Ausländer in Bundesrat und Parlament

«Schnurrisch eifach, bis der öppis en Sinn chonnt», habe ihm Milly Stöckli geraten, erklärte der Zürcher Nationalrat Christoph Mörgeli. An diesen Rat hielt er sich. «Wenn es nach den anderen gegangen wäre, hätten wir in der Schweiz griechische Verhältnisse», meinte er. Die «Massenzuwanderung» aus dem Ausland werde in Bundesbern nicht ernst genommen, «weil es im Bundesrat und im Parlament keine Ausländer hat».

Die würden die Probleme nicht kennen, denen die Bevölkerung täglich ausgesetzt sei – «am Arbeitsplatz, bei den Frauen im Ausgang». Schliesslich ging es auch noch eine Schublade tiefer: Eine passive Neutralität gebe es genauso wenig wie sparsame Linke «oder ehrliche Widmer-Schlumpf». Mörgeli, der «lieber mehr Aargauer in Zürich» hätte, kokettierte auch mit seiner Herkunft: Sein Grossvater hatte «mehr Kinder in der Stube als Kühe im Stall». Und Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey verglich er mit einem Picasso-Gemälde.

Kriminelle ausschaffen

Sachlicher redete Nationalrat Milly Stöckli aus Muri. Es könne nicht sein, dass Sozialhilfebezüger am Ende des Monats mehr im Portemonnaie hätten als schlecht bezahlte Arbeitnehmende. Eine Zuwanderung aus dem Ausland wünscht sie sich nur «dort, wo nötig.» Kriminelle Ausländer müssten schnell ausgeschafft und die Abwanderung von Schweizer Unternehmen ins Ausland mit geeigneten politischen Rahmenbedingungen gestoppt werden. Stöckli betonte, sie wolle Schweizer Werte erhalten, veredeln und weiterpflegen. «Ich will nicht tatenlos zusehen, ich will meine Erfahrung als Bäuerin, Mutter und Frau in die Politik einbringen.» Geissbock Zottel liess das Ganze relativ abgeklärt über sich ergehen.

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