Muri
Mönch erzählt im Klostermuseumaus seinem Alltag

Das Tagebuch des Murianer Mönchs Jodok Stirnimann wird einer der Höhepunkte im neuen Museum des Klosters Muri. Damit will das neue Museum mit der Präsentation Massstäbe setzen.

Eddy Schambron
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Noch sind die Vitrinen leer, aber Kuratorin Barbara Reif freut sich inmitten der aktuellen Baustelle enorm auf die Eröffnung des neuen Klostermuseums im Singisenflügel. ES

Noch sind die Vitrinen leer, aber Kuratorin Barbara Reif freut sich inmitten der aktuellen Baustelle enorm auf die Eröffnung des neuen Klostermuseums im Singisenflügel. ES

Das Tagebuch des Murianer Mönchs Jodok Stirnimann wird einer der Höhepunkte im neuen Museum des Klosters Muri: «Man wird direkt in die Zeit Ende des 17. Jahrhunderts, anfangs des 18. Jahrhunderts hineinhören können», schwärmt schon heute Kuratorin Barbara Reif.

«Es sind Sequenzen aus dem Alltag, sozusagen ein Augenzeugenbericht aus der damaligen Zeit.» Reif ist gegenwärtig damit beschäftigt, das Museum sozusagen noch im Rahmen einer Baustelle langsam einzurichten. «Wir schauen, ob es mit den Exponaten in den neuen Vitrinen funktioniert.»

So werden in Zukunft beispielsweise wertvolle Kelche von Äbten langsam drehen und die Blicke des Publikums auf sich ziehen. Die Beleuchtung wird die ausgestellten Gegenstände buchstäblich in einem lebendigen Licht zeigen. Neben den Exponaten wird es im neuen Museum eine Vertiefungsebene mit hörbaren Originaltexten aus der Vergangenheit geben.

Alles neu: In drei Wochen ist die Feierliche Eröffnung

Die Eröffnung des neuen Klostermuseums mit Kulturkafi und Museumsshop ist am Samstag, 12. April, 17 bis 22 Uhr. Angesagt sind Grussbotschaften von Bundesrätin Doris Leuthard, Abt Benno Malfèr, Landammann Roland Brogli, Jörn Wagenbach, Direktor Museum Aargau, und Hanspeter Budmiger, Gemeindepräsident von Muri. Der Anlass wird musikalisch von Starviolinist Alexander Balanescu, vom Berner Kontrabassisten Mich Gerber, Robert Walker und Renato Bizzotto, Oboen, mit Leonardo Bizzotto, Fagott, von Monika Käch, Mezzosopran und Alexander Boldachev, Harfe, umrahmt. L'atelier d'Emphémère bietet ein faszinierendes Finale aus Lichtern, visuellen Effekten und flackernden Flammen. Zwischen 17.30 und 21.30 Uhr können alle Räumlichkeiten frei besichtigt werden. Ab 13. April ist das Museum Dienstag bis Freitag, 12 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag, 10 bis 17 Uhr geöffnet. Zusätzlich geöffnet ist es am Karfreitag, 18. April, und Osterwochenende, 19./20. April, an Auffahrt, 29. Mai, und am Pfingstwochenende 8./9. Juni. Der Eintrittspreis beträgt 10 Franken (IV, Lernende, Studierende bis 26 Jahre sowie Gruppen mit Führung 5 Franken).. Freier Eintritt mit dem Schweizer Museumspass, KulturLegi sowie für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre. (ES)

Pionierrolle übernehmen

Das neue Klostermuseum wird am 12. April eröffnet. Es will mit seinem Konzept und der modernen Ausstellungsgestaltung eine in der Schweiz herausragende Position einnehmen und damit eine Pionierrolle übernehmen, wie Murikultur festhält.

Die Klostergeschichte soll so dank einer anschaulichen und verständlichen Präsentation auch einer neuen Generation weitervermittelt werden. Fünf Stationen führen bei einem Rundgang durch die Geschichte der Benediktiner in Muri: In einem inszenierten Prolog werden 1000 Jahre Geschichte erlebbar.

Noch heute sind die Habsburger eng mit dem Kloster verbunden; hier ruhen die Herzen des letzten österreichischen Kaiserpaars Karl I und Zita und andere verstorbene Mitglieder der Kaiserfamilie.

Im Äbtekeller wird anhand originaler Exponate und der Geschichte von sieben ausgewählten Äbten die Zeitgeschichte von der Reformation bis hin zur Vertreibung der Mönche 1841 erzählt. Im Kreuzgang gelten die Stifterscheiben als Höhepunkt der Renaissancemalerei der Schweiz.

Alltagsgegenstände und liturgische Geräte erlauben einen Einblick in die Organisation, den Tagesablauf und das wirtschaftliche Auskommen des Klosters. Schliesslich endet der Museumsrundgang in der Klosterkirche, einem der bedeutendsten barocken Bauwerke der Schweiz.

Mit Museumsshop

Von Bedeutung ist aber auch die Einrichtung eines neuen Kulturkafis des Museums im früheren Singisenforum als zentraler Informationspunkt: «Es wird 20 Sitzplätze aufweisen und immer eine Stunde länger als das Klostermuseum geöffnet sein», erklärt Andrea Freund, Geschäftsleiterin von Murikultur.

Hier werden die Besucherinnen und Besucher auch einen Museumsshop sowie Muri Info, aktuelle Zeitungen zum Lesen und Internetzugang finden. «Und im Sommer kann man den Kaffee selbstverständlich draussen geniessen», freut sie sich schon jetzt auf die noch wärmere Jahreszeit.

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