Rassismus-Vorwurf
Mohrenkopf bleibt Mohrenkopf – basta

Sprachpolizisten stören sich am «Mohrenkopf» aus der Produktion der Aargauer Firma Dubler. Der Kommentar.

Toni Widmer
Toni Widmer
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Der Mohrenkopf gehört zum Freiamt wie der Lindenberg, die Reuss und das Mohrental.

Der Mohrenkopf gehört zum Freiamt wie der Lindenberg, die Reuss und das Mohrental.

Bèatrice Koch

Irgendeine Gruppe lanciert in irgendeinem Forum irgendeine Petition. Und schon geht das Anliegen viral. Egal, wie nötig, unnötig oder gar dämlich es ist.

Wieder einmal ist die schweizweit bekannte Freiämter Spezialität – der Dubler-Mohrenkopf – zur Zielscheibe geworden. Seit 1946 wird er in Waltenschwil nach dem gleichen Rezept hergestellt und seit ebenso vielen Jahren heisst er gleich. Schon mehrmals in all den Jahren haben irgendwelche Leute, die keine grösseren beziehungsweise wichtigeren Probleme kennen, versucht, unserem Freiämter Mohrenkopf an die Schoggi zu fahren, beziehungsweise dafür sorgen wollen, dass er nicht mehr Mohrenkopf heissen darf.

Es ist bisher nicht gelungen und es wird auch weiterhin nicht gelingen. Diese Behauptung wird durch Kommentare in all den Foren gestützt, in denen dieser Tage beste Werbung für unseren Mohrenkopf gemacht wird. Werbung, die Produzent Robert Dubler gar nicht nötig hat. Denn weil sein Mohrenkopf der beste ist, und das viele wissen, sind seine Produktionsanlagen voll ausgelastet. 80'000 Mohrenköpfe werden in Waltenschwil täglich hergestellt.

Der Mohrenkopf gehört zum Freiamt wie der Lindenberg, die Reuss und das Mohrental. Ja, es gibt im Freiamt auch das Mohrental zwischen Bremgarten und Rottenschwil. Und es gibt in dieser landwirtschaftlich geprägten Gegend auch Mohren, Muttersäue, die in anderen Regionen auch Mooren oder Moren genannt werden. Auch sie werden nicht umgetauft.