Auw

Möglicher Waldbrand in Abtwil wirft viele Fragen auf

Die Zivilschutzorganisation zeigt, was sie hat.

Die Zivilschutzorganisation zeigt, was sie hat.

In Auw zeigten das Regionale Führungsorgan Oberfreiamt (RFO), wie es eine Krisensituation meistert, und die Zivilschutzorganisation, welche Unterstützung sie leisten können.

Waldbrand in Abtwil, ein mögliches Szenario in den letzten, sehr trockenen Wochen. Die Feuerwehr rückt aus. Die Polizei. Die Ambulanz. Aber wer koordiniert die Einsatzkräfte? Wer sichert die Kommunikation intern und nach aussen? Das Regionale Führungsorgan (RFO) Oberfreiamt gab Einblick in seine Arbeitsweise. Dieses ist in einem grösseren Ernstfall für die Koordination und die Organisation von Hilfskräften und Material zuständig. Mit von der Partie an der Informationsveranstaltung in Auw war die Zivilschutzorganisation (ZSO) Oberfreiamt; sie zeigte vor der Mehrzweckanlage unter anderem den neuen Notfalltreffpunkt.

Dieser angenommene Waldbrand löst viele Fragen aus: Wo holt man in diesem trockenen Sommer genügend Wasser her? Wie weit können, müssen Wassertransportleitungen verlegt werden. Muss und kann ein Helikopter zum Löschen eingesetzt werden? Müssen Menschen evakuiert werden? Kann man Gebäude schützen? Treibt man die Tiere in einem nahen Stall auf eine eher nahe gelegene Weide oder sollten nicht besser gleich Viehtransporter eingesetzt werden? Wo organisiert man möglichst schnell Bagger und Forstmaschinen, um Schneisen zu schlagen und so die Weiterverbreitung des Feuers zu verhindern? Wer ist Ansprechpartner im angrenzenden Kanton Luzern? Fragen über Fragen, die in kurzer Zeit geklärt werden müssen. Und man muss entscheiden. Im Fall des angenommenen Waldbrandes in Abtwil kam erschwerend ein flächendeckender Stromausfall in Merenschwand und Mühlau dazu. «Das RFO arbeitet im Hintergrund», fasste ihr Chef, Pius Wiss, Dietwil, zusammen. Als Ziele seiner Arbeit stehen die Rettung von Menschen in Gefahr, das Abwenden von Lebensbedrohungen, der Schutz vor Bedrohungen der Umwelt sowie der Schutz wichtiger Anlagen vor Beschädigung oder Zerstörung im Vordergrund.

Neu: Notfalltreffpunkt

Wichtiger Teil des Bevölkerungsschutzes ist die ZSO. Ihr Chef, Romuald Brem, zeigte während der Arbeit des RFO, was seine Organisation bieten kann – von der effizienten Sandsackabfüllung bei Überschwemmungen, vom Notstromaggregat bis zum mobilen Führungsunterstützungsanhänger. «Diese Elemente können wir zum Beispiel Feuerwehren schnell zur Verfügung stellen, ausser wir benötigen sie bei einem grossflächigen Ereignis selber.» Ganz neu ist der Notfalltreffpunkt, der ab nächstes Jahr in allen Gemeinden installiert werden muss. Wenn nämlich die heutigen Kommunikationsmöglichkeiten – Handy, Internet – zusammenbrechen, braucht die Bevölkerung einen Ort, um sich mit Informationen versorgen zu können. Im Oberfreiamt wird zum Notfalltreffpunkt auch ein Tank mit 1000 Litern Wasser gehören.

Während der Präsentation der ZSO arbeitet das RFO intensiv. Nach der genauen Problemerfassung suchen drei Teilstäbe in ihren Bereichen nach effizienten Lösungen. Sie prüfen, ob allenfalls Spezialisten zugezogen werden müssen, klären ab, wo welche Einsatzkräfte und notwendigen Fahrzeuge und Gerätschaften zu organisieren sind. Die Planung geht bis zur Organisation einer Medienkonferenz. Schliesslich werden Sofortmassnahmen präsentiert, zum Beispiel der Einsatz von Helikoptern. Nur: «Nachts fliegt der Heli meines Wissens nicht», stellt Wiss trocken fest. Also muss zuerst Wasser per Leitung an den Brandherd geführt werden, viel Wasser. Erst am Morgen können Helis in den Einsatz kommen.

«In seinen gut zehn Jahren Bestand kam das RFO Oberfreiamt noch nie in den Einsatz», stellte Wiss fest. Aber Ernstfälle würden regelmässig geübt, um im Fall des Falles gerüstet zu sein.

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