Sie sind wieder da! Die Stadt Bremgarten wurde am Donnerstagabend von den Fasnächtlern eingenommen. Sie kamen aus der Dunkelheit, nur an den grün leuchtenden Augen konnte man sie erkennen. Langsam schlichen die Chesselmannli die Altstadt hoch bis zum Spittelturm, musikalisch begleitet von den Musikgruppen «Moräneschränzer» aus Zetzwil und den «Chriesistei-Knakker» aus Würenlos. Eine Frauenstimme aus dem Off erzählte die Sage der Chesselmannli, während diese ihr Banner am Spittelturm hochzogen. Trotz Regen haben sich viele Zuschauer versammelt und die traditionelle «Chessel-Taufe» mitverfolgt.

Tellenbach vor Gericht

Wie an den Fasnachtseröffnungen in Bremgarten üblich, musste sich anschliessend der Stadtammann in einem eigentlichen Gerichtsverfahren dem Narrenvolk stellen. Stubenmeister Marcel Buchmann klagte den als Sturzpiloten verkleideten Raymond Tellenbach dieses Jahr in vier Punkten an. «Ohni Informatione ad Bevölkerig hed er sich nüd dänkt debi, will plötzlich sind bis zu 200 Asylbewerber i de Unterkunft unterbrocht gsi!», lautete der erste Vorwurf. «Ds räschtlich Europa macht nüt und luegt zue. Es isch en Salat und e grossi Unrueh», verteidigte sich Tellenbach. «Mir träged wenigschtens euse Teil bii, drum törfed au 200 Persone da sy!» Weiter wurden Anklagen wegen dem angeblich ungenutzten Veloweg zwischen Bremgarten und Wohlen und der fehlenden aber bereits lange versprochenen Sauna erhoben. «S hätt scho sis guete, dir müend mi verstah, jetzt chasch no schnäller Wohle verlah!», witzelte der Angeklagte. Auch für das Fehlen der Sauna hielt er eine gute Erklärung bereit: «Dank CO2 und dem El Niño sind mir bald ohni Schnee, drum bruuche mir bi öis ir Stadt doch gar kei Sauna meh!»

All das überzeugte das närrische Volk auch dieses Jahr nicht und so musste Tellenbach den Fasnächtlern den symbolischen Stadtschlüssel übergeben. Die Fasnacht in Bremgarten ist somit offiziell eröffnet und die fünftägige Herrschaft der Narren über Bremgarten hat begonnen.