Muri

Modern Jazz garniert mit israelischer Musiktradition

Omer Klein & Ziv Ravitz DUO zu Besuch bei «Musig im Pflegidach» in Muri.

Omer Klein & Ziv Ravitz DUO zu Besuch bei «Musig im Pflegidach» in Muri.

Ziv Ravitz trat am Sonntag mit Omer Klein beim «Musig im Pflegidach» auf. Die musikbegeisterten Zuschauer wurden in Muri von Anfang an in den Bann des Duos gezogen.

«Am letzten Wochenende sah ich den Drummer als Solo-Performer und er beeindruckte mich stark, daher bin ich heute wieder hier. Die Musik, die hier gespielt wird, ist nicht vergleichbar mit der, die man im Jazz Festival in Montreux zu hören bekommt. Das hier ist eine andere Liga, einfach nur Weltklasse!», so ein Jazzinsider unter den Besuchern.

Spontanität ist das A und O

Der eigentliche Duo-Partner Ziv Ravitz’, Lionel Loueke aus Luxemburg, wurde aufgrund der aktuellen Einreisebestimmungen durch Omer Klein ersetzt. Die Israelis beweisen trotz spontaner Planänderung, dass sie alle Fähigkeiten eines wahren Jazzkünstlers innehaben, denn für Proben reichte die Zeit nicht.

Anders als bei durchgeplanten Popkonzerten hat das Jazz Duo lediglich die groben Züge des Ablaufs im Kopf und kein klar strukturiertes Programm. Genau diese Fähigkeit macht die israelischen Musiker aus, denn sie spüren während dem Auftritt, wie sie das Lied spielen sollten, dass es den Zuschauern gefällt, denn jedes Publikum ist anders und sie passen sich dementsprechend an. Ziv Ravitz (Schlagzeug) und Omer Klein (Piano) gelingt dies auch in Muri. Mit Ravitz’ komponiertem Lied «Lullaby for Emma» bringen die Instrumentalisten den Stein ins Rollen. Die Begeisterung der Zuschauer merkt man an ihrem Strahlen im Gesicht sowie an ihren zum Rhythmus klopfenden Füssen.

Langes Intermezzo

Was man den Künstlern nicht anmerkt, ist die lange Zeit, in der sie nicht mehr zusammengespielt haben. Sage und schreibe ist es zehn Jahre her, als sie das letzte Mal einen gemeinsamen Auftritt hatten. Man könnte meinen, die beiden spielen tagtäglich miteinander, doch die Realität sieht etwas anders aus. Omer Klein hat zwar ein eigenes Trio mit einem Drummer, doch dieser ist nicht Ziv Ravitz. Das spielt aber keine Rolle, denn sie können auch noch nach langer Pause miteinander einen abwechslungsreichen Jazz spielen, den die Leute fesselt, auch im Pflegidach. Von früher kennen sie sich allerdings noch sehr gut, denn studiert haben sie beide in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die beiden Musiker haben sich dort kennengelernt und haben auch sehr viel zusammen Musik gespielt. Gemeinsame Alben sind Teil ihrer langjährigen Zusammenarbeit. 

Omer Klein & Ziv Ravitz DUO - «Everyday Love»

Im Pflegidach spielen die Künstler einen Titel namens «Klavan». Ziv Ravitz sagt einige Worte zu diesem Lied: «Damals, als ich diesen Song geschrieben habe, war Omer eine sehr wichtige Person in meinem Leben und deshalb wollte ich auch, dass das erste Stück meines Albums seinen Namen trägt, denn Klavan ist sein Spitzname. Ich weiss aber selber nicht genau, weshalb ich ihn immer Klavan nenne. […] Wahrscheinlich ist es eine Mischung zwischen Klein und Klavier», meint Klein und das Publikum schmunzelt.

Zwei Kulturen vereint zu einem Musikstil

Beim Zuhören der Musiker fällt einem etwas ganz Besonderes auf, doch was ist es genau? Es ist die Vermischung zwischen Modern Jazz und israelischer Musiktradition. Ravitz und Klein kombinieren die israelische Musik, die sie in Israel prägte, mit dem amerikanischen Jazz, den sie während ihres Studiums kennenlernten, was dieses Duo unverwechselbar macht. Ihre israelische Herkunft hört man an sogenannten «odd meters», also ungeraden Taktarten, heraus.

Alles oder Nichts

Die vielseitigen Facetten Israels widerspiegeln sich auch in der Musik des Duos, denn sie geben alles. Mal leise, mal laut, mal emotional, mal Party. Die Harmonie zwischen Schlagzeug und Piano passt perfekt. Beim genauerem Betrachten der Künstler nimmt man wahr, wie sie voll und ganz in ihrem eigenen Element sind und die Musik der Strom ihres Lebens ist. In diesem Moment zählt für sie nur die Musik und nichts anderes, als ob es keine Probleme gäbe. Auch den Zuschauern geben sie mit ihrer Musik dieses schöne Gefühl, an nichts anderes zu denken und sich nur auf die Musik zu konzentrieren. Der Vater von Ziv Ravitz gab ihm auf den Weg mit: «Egal was auch immer du machst, mach es so, als ob es dein letztes Mal wäre. Spiel auch so Schlagzeug, als ob es das letzte Mal wäre, denn du weisst nie, was morgen kommt.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1