Region Muri

Mittlerweile ein komplett anderer Beruf: Sepp Troxler ist seit 30 Jahren Forstwart

Der Murianer Forstwart Sepp Troxler neben seinem Lieblingsbaum, einer Douglasie.

Der Murianer Forstwart Sepp Troxler neben seinem Lieblingsbaum, einer Douglasie.

Forstwart Sepp Troxler arbeitet nun seit 30 Jahren beim Forstbetrieb der Region Muri. Die Arbeit habe sich komplett verändert, sagt er. Von Unfällen im Wald blieb er glücklicherweise verschont.

Das Datum 26. Dezember 1999 hat sich tief in sein Gedächtnis eingebrannt. Im Gespräch mit Forstwart Sepp Troxler kommt es wie aus der Pistole geschossen, als das Stichwort Lothar fällt. Damals fegte der Jahrhundert-Orkan über die Schweiz und richtete grosse Schäden in den Wäldern an. Lothar war das grosse prägende Ereignis in Troxlers Karriere beim Forstbetrieb der Region Muri. Erlebt hat er in den vergangenen Jahren viel. Nun feiert der 55-Jährige sein 30-Jahr-Arbeitsjubiläum in Muri.

«Die Zeit vergeht sehr schnell. Wenige Monate, bevor ich am 1. Juli 1990 hier angefangen habe, wütete auch Orkan Vivian in der Region», erinnert er sich. Bei seinem Stellenantritt sei aber damals alles bereits aufgeräumt gewesen. Der Beruf des Forstwarts bereitet Sepp Troxler auch nach so vielen Jahren noch grosse Freude. Der gelernte Landwirt arbeitet zu 80 Prozent beim Forstbetrieb Muri und führt zusätzlich noch seinen eigenen Landwirtschaftsbetrieb in Bettwil.

Speziell schön: Blick vom Horben aufs Nebelmeer

«Ich bin gerne in der Natur und arbeite auch bei nassem Wetter lieber draussen als drinnen. Es ist toll, wenn man der Natur zuschauen kann, wie sie wächst», beschreibt Troxler die Faszination seiner Tätigkeit. Besonders schön seien auch jene Momente, wenn er während der Arbeit auf dem Horben bei Sonnenschein auf das Nebelmeer im Tal unten blicken könne.

Das sechsköpfige Forstteam unter der Führung von Revierförster Oliver Eichenberger ist in den Gemeinden Aristau, Besenbüren, Boswil, Bünzen und Muri für rund 700 Hektar Ortsbürger- und Staatswald zuständig. Sepp Troxler, dessen Lieblingsbaum die Douglasie ist, ist dabei hauptsächlich als Maschinist im Einsatz. Im Vergleich zu seinen Anfängen sei der Beruf ein komplett anderer geworden.

«Der Maschinenpark hat sich extrem entwickelt. Heute haben wir beispielsweise drei Kräne im Betrieb, und auch die Maschinenwege werden alle digital aufgezeichnet. Während wir früher vorwiegend Meterholz schnitten, ist heute das Holz praktisch alles auf Kranlänge von vier bis fünf Meter präpariert», sagt der Jubilar. Trotz vieler technischer Erleichterungen hält Troxler fest: «Man hat zwar weniger schwer zu tragen, aber die Arbeit ist gewiss nicht weniger streng geworden und immer noch ein richtiger Knochenjob.» Apropos Knochen. Diese sind bei ihm glücklicherweise stets heil geblieben. Ausser einer Schultersehnenverletzung blieb Sepp Troxler von schweren Unfällen bei der nicht ungefährlichen Forstarbeit verschont.

Ein Meilenstein war für ihn der Bezug des neuen Forstwerkhofs im Maiholz im Mai 2019, der zeitgemässe Werkräume, Garderoben und moderne Arbeitsbedingungen bietet. «Am Anfang gab es hier nur einen Schopf mit kleiner Werkstatt, wo wir im Winter am Morgen noch den Ofen zum Heizen anfeuern mussten», sagt Troxler. Diese Zeiten sind mittlerweile vorbei. Man spürt, dass er stolz ist auf sein Arbeitsjubiläum, auch wenn er ganz bescheiden sagt: «Es ist für mich ein Tag wie jeder andere.»

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