Die Badi Wohlen ist längst aus dem Winterschlaf erwacht, hat aber noch nicht geöffnet. Das wäre auch schwierig, ganz ohne Wasser in den Becken. Badmeister Stefan Meier und sein Team sind aber schon fast auf der Zielgeraden: Die Umgebungsarbeiten sind abgeschlossen, die Sträucher und das Immergrün zurückgeschnitten und der Abfall entsorgt. «Mit dem Littering kann jedes Jahr ein ganzer Container gefüllt werden», erläutert Meier. Die Beckenreinigungen für die nahende Saison sind in vollem Gange, die Vorreinigung ist bereits erledigt, jetzt ist die Hauptreinigung mit dem Entfetten an der Reihe. Es wird mit schwerem Gerät hantiert, die Kärcher sind zur Zeit im Dauereinsatz. Diese Woche wird Algizid gespritzt, dies dient zur Verhütung von Algenbildung.

Am 6. Mai wird die Badi in die neue Saison starten, doch zuvor muss noch einiges getan werden. «Am 22. April werden die Becken gefüllt, dies dauert geschlagene 36 Stunden. Alle Becken zusammen haben ein Fassungsvermögen von 2,5 Mio. Liter Wasser.» Wenn das geschafft ist, wird am 27. April die Anlage in Betrieb genommen, damit sie für die Gäste bereit ist.

Saison endet etwas früher

Eine letzte Saison muss die Badi noch durchhalten, dann wird sie erneuert. Auf die anstehende Grosssanierung und umfassende Renovation angesprochen, erklärt Stefan Meier: «Es werden keine grösseren Reparaturen mehr durchgeführt, nur was noch unbedingt notwendig ist, wird gemacht.» Aufgrund der anstehenden Bautätigkeiten wird die Badi dieses Jahr etwas früher schliessen, nämlich schon am 1. September. «Am 2. September findet als Abschluss noch ein Oktoberfest für die gesamte Bevölkerung statt.»

Badmeister Stefan Meier (rechts) und sein Team bereiten die Wohler Badi auf ihre letzte Saison vor dem Umbau vor.

Badmeister Stefan Meier (rechts) und sein Team bereiten die Wohler Badi auf ihre letzte Saison vor dem Umbau vor.

Nach 25 Jahren sei es nun höchste Zeit für eine Veränderung, konstatiert Meier. Die Becken bleiben bestehen, werden aber ausgekleidet, was wohl den empfindlichen Füssen der Badegäste sehr entgegenkommen dürfte. Die ganze Technik wird ebenfalls ausgewechselt, und es wird ein neues Restaurant geben, das im Winter von der neuen Kunsteisbahn genutzt wird. In dieser Saison wird der Restaurationsbetrieb noch einmal durch die Trinamo AG geführt, die Menschen, insbesondere Erwerbslosen und psychisch Beeinträchtigten, eine langfristige Reintegration in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft ermöglicht.

Der Haupteingang der neuen Badi wird zur Eisbahn verlegt. Beim jetzigen Eingang werde es wohl noch ein Drehkreuz für Abo-Besitzer geben und ein kleines Satellitenrestaurant mit Glace und kleinen Snacks. «So müssen die Mütter mit den Kleinkindern im Planschbeckenbereich nicht bis ans andere Ende der Badi gehen, sollte der Gluscht kommt.»

Hoffen auf guten Sommer

Der Badmeister, der alles an seiner Tätigkeit schätzt, ist seit 24 Jahren im Amt. Beinahe halb so lang, wie die Wohler Badi nun schon besteht: Sie hat bereits 50 Jahre auf dem Buckel. Er freut sich auf einen guten Sommer mit schönem Wetter und vielen Badi-Besuchern. Vor allem aber unfallfrei soll er sein. Meier bereitet es Kummer, wenn über längere Zeit schlechtes Wetter herrscht: «Ich mag es nicht, wenn die Badi so menschenleer ist, der Kontakt zu den Badegästen liegt mir am Herzen.» In knapp drei Wochen geht es los, bis dann ist sicher auch der letzte Kärcher versorgt.