Wohlen
Mit Vollgas aufs Podest: Unihockey statt Mathe, Deutsch oder Englisch

Am Raiffeisen-Cup lernen Primarschüler den Sport kennen und lieben. Rund 130 Schülerinnen und Schüler aus vier verschiedenen Schulhäusern nahmen am Unihockeyplausch teil.

Nora Güdemann
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Wie ein Profi schiesst der Spieler der «King Kongs» den Ball ins Tor.

Wie ein Profi schiesst der Spieler der «King Kongs» den Ball ins Tor.

Anstatt Mathe, Deutsch oder Englisch zu lernen, spielten die Viertklässler der Primarschulen Wohlen gestern Unihockey. In der Sporthalle Junkholz gaben 130 Schülerinnen und Schüler ihr Bestes, um mit ihrem Team einen Platz auf dem Podest zu ergattern. Es wurde laut angefeuert, die Taktik besprochen und gejubelt, wenn der Name der Mannschaft nach einem Match ein Plätzchen nach oben rückte.

Die Primarschulen Junkholz, Halde, Bünzmatt und Anglikon nahmen am Raiffeisen-Cup teil, der bereits zum 8. Mal vom Unihockeyverein Virtus Wohlen veranstaltet wurde. Schulleiterin Barbara Müller erklärt die Vorteile eines Tages, der nur dem Sport gewidmet ist: «Die Kinder lernen, wie man im Team zusammen arbeitet, und müssen fair bleiben. Ausserdem hilft der Raiffeisen-Cup dem sozialen Austausch zwischen den Schülern. Sie realisieren, dass es zwar drei verschiedene Schulhäuser in Wohlen gibt, aber wir trotzdem eine Schule sind, die zusammengehört.»

Anders als Fussball

Michael Benz und Roland Müller, langjährige Unihockeyspieler, waren dabei, als der TV Virtus vor acht Jahren die Idee hatte, ein Turnier in der Schule zu veranstalten. «Unihockey ist nicht so verbreitet wie Fussball, und das wollten wir ändern», erzählt Müller, der beim Turnier als Schiedsrichter einspringt und für die Fairness beim Match sorgt. «Die Kinder geben immer Vollgas, um so sehr sind die einen dann enttäuscht, wenn die Leistung nicht fürs Podest ausreicht.»

Die Sieger

- Fresher than you (Junkholz)

- the Graffiti-kids (Halde)

- White Tigers (Halde)

- Kings (Junkholz)

- Anglikon Stars (Anglikon)

- Rainbow-Stars (Junkholz)

- The Legend (Bünzmatt)

- the King-Kongs (Halde)

- Gangster (Junkholz)

- Die Unbesiegbaren (Bünzmatt)

- Dab Kings (Halde)

- The black killers (Bünzmatt)

- The white tigers (Bünzmatt)

Die Organisation des Turniers sei aber so ausgelegt, dass alle 13 Gruppen gleich viele Spiele bestreiten können, und jedem, egal ob erster oder letzter Platz, wird eine Medaille überreicht. Um trotzdem möglichst gut abzuschneiden, haben die Viertklässler schon in den Wochen vor dem Turnier mit ihren Lehrern geübt. «Unihockey ist anspruchsvoll, und beim Spielen muss man immer alles geben und steht eben nicht zu elft auf dem Feld», sagt Müller. Er hofft, dass sich durch den Anlass mehr Junge für den Sport interessieren werden.

Einige Schüler konnte er bereits für Unihockey begeistern: «Ich melde mich gleich fürs Training an, falls es mir meine Mutter erlaubt», sagt der 10-jährige Arda Doldur. Auch der gleichaltrige Noah Rittimann hat seine Vorliebe für Unihockey entdeckt: «Keiner benimmt sich blöd oder fängt an zu pöbeln. Man kommt mehr zum Spielen, und beim Unihockey wird auch nicht simuliert, ganz anders als beim Fussball.»