Seit ihrer Gründung im Frühjahr 2013 verschreiben sich die vier Jungs von «Gägestill» aus dem Freiamt dem Rock. «Schweizer Mundart-Rock, kompromisslos und direkt, verfeinert mit einem Schuss herber Metal-Klänge und garniert mit einer Prise dreckigem Punkrock-Scharm», so beschreiben sie selbst ihre Musik. Bisher haben sie hauptsächlich mit Auftritten in der Umgebung, sei es am Deafening-Festival in Bremgarten, an der Deutschrocknacht in Boswil oder am Aargauer Musiktag auf sich aufmerksam gemacht.

Nun gehen sie aber einen Schritt weiter, denn sie sind daran, ihre erste eigene Platte mit dem klangvollen Namen «s’brännt» aufzunehmen. Damit haben sie viel Arbeit auf sich genommen. «Wir hatten schon Demoaufnahmen im Proberaum gemacht, aber die Qualität ist einfach eine andere», erzählt Sänger Fabian Lischer.

Die Musiker müssen einzeln ins Studio, wo sie über Stunden ihre Parts aufnehmen. «Man ist ein Stück weit isoliert, für sich ganz alleine. Das ist anstrengend, man muss sehr perfekt spielen, damit es am Ende gut tönt, wenn die einzelnen Tonspuren zusammengesetzt werden», sagt Ralph Preysch, der E-Gitarre spielt.

«Es ist etwas ganz anders, als wenn man live spielt», meint Bassist Daniel Hedinger. Die Arbeit bringt die Band aber auch musikalisch weiter. «Während der Aufnahmen sind auch Ideen entstanden, die Songs haben sich weiterentwickelt», sagt Lischer.

Quasi als Richtschnur dient die sogenannte Guidespur, die im Proberaum aufgenommen wurde. Daran orientieren sich die Musiker, wenn im Studio Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang einzeln ihre Parts abliefern.

Heute finden die letzten Aufnahmen statt. Danach folgt der Mix, bei dem auch die Lautstärke angepasst wird und die Stücke eine gewisse Charakteristik bekommen. «Gitarre und Gesang haben beispielsweise einen ähnlichen Frequenzbereich.

Beim Mixen werden die Tonspuren so angepasst, dass sie ausgewogen tönen und zusammenpassen», erklärt Lischer. «Zuletzt folgt das Mastering, quasi der finale Schliff, dabei geht es auch um formelle Vorgaben, damit sich das Ganze schliesslich auch auf eine CD pressen lässt», ergänzt Bassist Dani Hedinger.

Nicht nur die Musik, auch die Verpackung der EP, die fünf Stücke beinhaltet, trägt die Handschrift der Band. Gestaltet hat sie Fabian Lischer. Für den Flyer zur Plattentaufe, die am 28. November im Chillout Boswil über die Bühne geht, haben sich die Freiämter ebenfalls etwas Besonderes einfallen lassen. Für das Foto liessen sie sich von ihren Freunden mit Wasser übergiessen, passend zur Taufe.

Reich wird die Band mit der Platte nicht. Ziel ist es, die Produktionskosten zu decken. «Die CD hat für uns aber auch einen emotionalen Wert», sagt Preysch. «Wer weiss, ob es uns in zehn Jahren noch gibt», meint Hedinger. Deshalb wollte die Band auch «nur» eine sogenannte Extended Play (EP) produzieren, die fünf Songs enthält. «Lieber etwas weniger Stücke, dafür hochwertig. Es soll ja auch ein Produkt sein, an dem wir Freude haben», sagt Lischer. Die Platte wird an Konzerten und online für 15 Franken erhältlich sein.