Tollkühne Balzflüge der Kiebitze, unermüdliches Stochern der Limikolen mit ihren langen Schnäbeln oder gar der Flug eines Fischadlers oder eines Wespenbussards – das Freiamt bietet Vogelfans eine unglaubliche Fülle an spannenden Erlebnissen. Nur wissen das die meisten Freiämter gar nicht. Das soll nun geändert werden. Peter Zeller, Ornithologe aus Leidenschaft, hat zusammen mit einem Team des Natur- und Vogelschutzvereins Oberfreiamt (NVVO) die neue Freiämter Naturschutz-Jugendgruppe Milvus gegründet.

Hier wollen Präsident Zeller und sein Team ihr Wissen, vor allem aber ihre Faszination weitergeben. «Uns ist es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen den Wert der Natur kennen und wissen, wieso man sie schützen muss», sagt er. Auf Entdeckungstouren durchs ganze Freiamt sollen die künftigen jungen Mitglieder der Gruppe dies mit eigenen Augen sehen können. «Auf Vogelexkursionen lernen sie nicht nur das Verhalten und die Lebensweisen der einheimischen Tiere kennen, sondern auch den Umgang mit Feldstechern, Fernrohren und Nachschlagewerken.»

Balzflüge und Rotmilane

Obwohl die Jugendgruppe noch in den Startlöchern steht, ist ihr Präsident guter Dinge: «Bis jetzt sind wir zwei Leiter und ein Kind. Aber es gibt schon viele Interessenten.» Er ist zuversichtlich, dass sich bis zur ersten Exkursion an den Flachsee in Rottenschwil am 10. März einige Kinder und Jugendliche zusammenfinden werden. Dort treffen sie hoffentlich auch auf den Namensgeber ihrer neuen Jugendgruppe: den Rotmilan, lateinisch Milvus. Die erfolgreiche Rückkehr des fast verloren geglaubten «prächtigsten Greifvogels im Freiamt» hat den NVVO zur Namensgebung inspiriert.

Die Ausflüge der Gruppe sollen auch übers Freiamt hinausgehen. «Wir planen den Besuch einer Beringungsstation. Dort können die Kinder die Vögel selber halten und spüren, wie leicht die Tiere sind.» Bei den Exkursionen sollen hauptsächlich Vögel im Vordergrund stehen. Die Teilnehmer werden aber auch die Lebensgewohnheiten einiger Amphibien und anderer einheimischer Tiere wie Libellen kennenlernen.

Für Kinder ab zehn Jahren

Mitmachen dürfen Kinder ab zehn Jahren. Und bis wann darf man bleiben? «So ab 30 wird es dann Zeit für einen anderen Verein», lacht Zeller. «Nein, nach oben haben wir keine offiziellen Grenzen, jedoch ist diese Gruppe schon eher für die Jugendlichen gedacht.» Obwohl er gerne seine Kentnisse über die Natur und ihre Bewohner teilt, möchte er sein Amt als Präsident schnellstmöglich wieder abgeben. Aber nicht, weil es ihm keinen Spass mache, sondern weil es ihm wichtig sei, dass die Jungen die Gruppe selber leiten. «Die haben noch mehr Seich im Kopf als ich», lacht Peter Zeller.

Weiter Informationen finden Sie unter www.milvus-jugendgruppe.ch