Im Fotolabor ist es dunkel, nur ein wenig rotes Licht lässt Umrisse erkennen. Das Freifach Fotografie arbeitet gerade an Fotogrammen. Dafür werden Gegenstände auf Fotopapier gelegt und belichtet, also eine analoge Methode. «Du hast die Blende zu weit offen», hilft Lehrerin Andrea Blunschi einem Schüler.

Nach einigen weiteren Arbeitsschritten gehen die Jugendlichen mit ihren Werken durch die Lichtschleuse ins Helle, um ihre Arbeit kritisch zu begutachten. Die Lehrerin gibt Tipps, wenn sie nicht ganz zufrieden sind. «Das Fach ist interessant, besonders jetzt die Grundlagen», stimmen die jungen Leute überein.

Ifolor als Hauptsponsor

Das Interesse am Kurs sei gross, erzählt Blunschi, viele fragen sie, ab welcher Klasse sie daran teilnehmen können. Momentan seien es 29 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren, die bei ihr analoges und digitales Fotografieren lernen. Ein Highlight sei der Besuch der Fotoausstellung in Zürich. «Dorthin fahren wir seit der Photo 14. Der Besuch ist für uns gratis, einmal hat uns sogar der Kurator durch die Ausstellung geführt.» Die Murianer haben zudem die interessante Möglichkeit, Fotografen zu treffen und ihnen Fragen zu stellen. Andrea Blunschi pflegt einen guten Kontakt zu Mitarbeitern der «Photo Schweiz».

So sei es dazu gekommen, dass ifolor, einer der Hauptsponsoren anfragte, ob die Jugendlichen Interesse hätten, Fotoprodukte zu gestalten. «Das hatten wir natürlich. Wir haben uns dabei am Motto der Ausstellung ‹Die Faszination des Unperfekten› orientiert, damit es einen roten Faden gibt», informiert die Lehrerin. Also kreierten die Schülerinnen und Schüler Fotokalender, Tassen, Grusskarten und sogar Fussbälle mit ihren eigenen Bildern. «Bisher wissen wir nicht, wie die Endergebnisse geworden sind, das können wir uns an der Ausstellung ansehen», sagt Blunschi.

Ideen zum Unperfekten

Der Weg zu den verschiedenen Motiven wurde nicht nur in der Schule begangen. Beliebte Sujets seien die Natur und verlassene Orte gewesen, wie etwa eine Hütte im Wald, so die Lehrerin. Das Foto von Janik Gugerli entstand in der Freizeit. «Während der Schule war nicht so viel Zeit», erzählt er. Sein Bild, das einen Rasen mit einem ‹Betreten verboten› sowie seine Schulkollegen auf genau diesem Rasen beim Fotografieren zeigt, schaffte es sogar unter die Top 50 der eingesandten Werke. «Es wurden wohl 5000 Fotos eingesandt. Eine Fachjury wählte dann die 50 besten aus», freut er sich. Der Weg zu Elias Nuzzacis Motiv ist ebenfalls besonders und führt über eine in die Natur transportierte alte Nähmaschine.

Am 10. Januar wollen die Murianer Schüler mit Ihrer Lehrerin nach Zürich, um ihre Werke an der «Photo 19» genau in Augenschein zu nehmen. Vorfreude und Aufregung sind bereits spürbar. «Wir schon sehr gespannt», freuen sich die Jugendlichen.