Es wird klein und sehr fein am Freitagabend, wenn die grosse Candy Dulfer im Chillout Boswil die Bühne betritt. Sie, die Hohepriesterin des Es-Alto, die Naturgöttin des einfachen Rohrblatts, sie, die weltweit ganze Stadien mit ihrem sexy Funk-R&B-Jazz-Hip-Hop-Soul-Sound in Ekstase versetzt, sie rollt am Freitag in einem riesigen Nightliner an, begleitet von einer 15-köpfigen Crew und spielt im Oktett wieder so, wie sie Mitte der 80er-Jahre als 14-Jährige mit ihrer ersten eigenen Band begonnen hat, als Clubmusikerin.

«Das wird Musik in einem ganz eigenen, intimen Rahmen», schwärmt Dani Gsell vom Chillout-Team, der Candy Dulfer für diesen exklusiven Auftritt gewinnen konnte. «Die Künstler lieben die Atmosphäre bei uns und den direkten Kontakt mit dem Publikum. In Musikerkreisen geniessen wir deshalb einen sehr guten Ruf.» Das hat wohl mit dazu beigetragen, dass sich Dulfers Management nicht zweimal bitten liess, den Abstecher nach Boswil in den aktuellen Tourplan der holländischen Ausnahmemusikerin einzuplanen. «Am Ende sind es eigentlich dann nur noch zwei Faktoren, die stimmen müssen», sagt Gsell ganz pragmatisch, «der Termin und der Preis.» Dass ein Weltstar wie Candy Dulfer nicht für einen Apfel und ein Ei in ein kleines Nest im Oberfreiamt reist, liegt wohl auf der Hand, aber: «Ab 300 Konzertbesuchern kommen wir schon einigermassen raus», rechnet Gsell vor.

Keinerlei Starallüren

Mit den Konzerten im Chillout will der Veranstalter und Besitzer des Restaurants Löwen, Peter Wyrsch, auch nicht primär Geld verdienen, sondern sich und anderen Musikfans etwas Besonderes anbieten. Bisher waren das vor allem bekannte Namen aus der Schweizer Musikszene, mit klarem Schwerpunkt auf Rock, Blues-Rock und Blues, die im Chillout aufdrehten. «Wir hatten ja schon viele grosse Namen hier», bestätigt Wyrsch, «aber Candy Dulfer ist nochmals ein besonderes Highlight, eine ganz neue Stilrichtung und ganz sicher einzigartig.» Da schwärmt Wyrsch allerdings nicht ungehörig, denn Dulfers ganz eigener Mix aus verschiedenen Jazzelementen, häufig basierend auf sehr tanzbaren Funk- oder Hip-Hop-Rhythmen, beleben Kopf, Herz und Beine gleichermassen. Hinzu kommen eine ausgesprochen gute Singstimme und ein adrettes Äusseres, das Dulfer noch durch ihren direkten und unkomplizierten Kontakt mit dem Publikum krönt.

«Sie kommt aus der Clubszene», weiss Dani Gsell, der auch für die Betreuung der Band zuständig ist, «darum stellt sie auch keine unmöglichen Ansprüche.» Der Dulfer-Tross wird natürlich mit dem Besten aus Küche und Keller des Löwen versorgt. «Diesbezüglich hat sich unsere Qualität auch schon unter den Künstlern herumgesprochen», erzählt Gsell. «Auf der Bühne will sie einfach schwarze Frotteetücher haben, sonst hat sie keine Sonderwünsche.» Klein und sehr fein wird es werden, mit Bartischen, in fast schon familiärer Atmosphäre, und dazu Candys «Saxuality» zum Greifen nah.

Freitag, 13. April, Chillout Boswil; Türöffnung 19 Uhr; Tickets zu 75 Franken im Vorverkauf unter Telefon 056 666 11 17 oder an der Abendkasse.