Wohlen

Mit offenem Brief: Schulleitung unterstützt Gemeinderat

In der Diskussion um ein neues Schulhaus wenden sich nun die Schulleitung und die Schulpflege an den Einwohnerrat. lg

In der Diskussion um ein neues Schulhaus wenden sich nun die Schulleitung und die Schulpflege an den Einwohnerrat. lg

In der Diskussion um ein neues Schulhaus wenden sich die Wohler Schulleitung und Schulpflege an den Einwohnerrat. Der offene Brief im Wortlaut.

Ein Blick zurück zeigt, dass der Erfolg von Grossprojekten wie Bau Bünzmatt III, Sanierung und Erweiterung HPS, Einführung der Schulleitung, der Informatik, der Schulsozialarbeit, von Blockzeiten und Mittagstisch — um nur einige zu nennen — immer auf seriöser und intensiver Vorarbeit beruhte. Die politischen Gremien haben dabei die Entwicklung der Schule Wohlen stets mit grosser Sorgfalt und Weitsicht unterstützt.

Die Schule Wohlen wurde anlässlich von zwei externen Evaluationen in den letzten zehn Jahren als gut funktionierende und vorbildliche Schule beurteilt. Neben den gut geschulten Pädagogen und motivierten Schülerinnen und Schülern braucht es auch zeitgemässe Schul- und Lernräume. Diese sind in den letzten Jahren knapp geworden,
es fehlen: Klassenzimmer, Vorbereitungsräume, Gruppenarbeitsräume, Therapiezimmer oder auch Betreuungsräume.

Sinnvolle Vorgehensweise

Die Schule Wohlen hat frühzeitig auf den fehlenden Schulraum aufmerksam gemacht. Die vom Gemeinderat eingesetzte Schulraumplanungskommission hat zusammen mit dem Planer Markus Pfyl, Eckhaus AG, eine wohl auch für Wohlen ausserordentlich umfassende und kostspielige Abklärungs- und Planungsphase hinter sich.

Vorgeschlagen wird der Bau eines neuen Bezirksschulhauses für 18 Abteilungen auf dem Pilatusareal. Dies schafft im bisherigen Bezirksschulhaus genügend Platz für die Primarschule. In der Folge könnten dann die Anlagen Junkholz und Bünzmatt saniert werden. Schulpflege und Schulleitungen stellen sich vollumfänglich hinter
dieses zweckmässige und sinnvolle Vorgehen.

Geplant war ein Bezug der neuen Schulräume auf August 2018. Seit Beginn dieses Jahres wurden in Wohlen zum Teil sehr emotionale Diskussionen geführt, angeheizt durch unrealistische Alternativvorschläge, welche pädagogisch nicht haltbar sind, sowie falsche Zahlen. Der Bezug auf den geplanten Termin wird immer unrealistischer, mit der Folge, dass weiterhin kostspielige Provisorien benützt werden müssen. Mit grosser Sorge beobachtet die Schulführung, dass die fundierte Arbeit der Schulraumplanungskommission, der Schulpflege und des Gemeinderates infrage gestellt wird.

Platz ist heute schon knapp

Der Halde, dem grössten Schulzentrum von Wohlen, steht bereits heute deutlich weniger Platz zur Verfügung als den anderen Schulzentren. Ein Neubau auf der Halde würde eine zusätzliche Verdichtung bedeuten. Dies wäre schulorganisatorisch und pädagogisch weder logisch noch sinnvoll. Ein Pausenplatz ist zwar vorhanden. Zu einer Schulanlage gehören aber auch die sogenannten Aussenanlagen wie der Allwetterplatz oder ein Rasenspielfeld. Diese fehlen in der Halde schon heute.

Viele Wohler Schulkinder leben in bescheidenen und engen Wohnverhältnissen ohne Garten und/oder Balkon. Das Schulareal ist für diese Kinder einer der wenigen Orte, wo sie unbeschwert und ungefährdet spielen und sich austoben können. So zeigt sich, dass die Pausenplätze Junkholz, Bünzmatt und Halde auch ausserhalb der Schulzeiten einen wichtigen und beliebten Quartiermittelpunkt darstellen.

Jedes Kind hat Anrecht auf einen würdigen Pausenplatz. Unicef und Erziehungswissenschaftler ermahnen die Planer und Architekten beim Verdichten der Orte, die Bedürfnisse der Kinder gebührend zu berücksichtigen. Je offener das Schulareal, umso entspannter sind Kinder und Erwachsene. Dies gilt zwingend auch für unsere Wohler Kinder und Lehrpersonen.

Für die Zukunft gerüstet

In Wohlen sind drei grosse Schulzentren gewachsen, welche sich bewähren. Sie garantieren eine gute Durchmischung der Schülerschaft von Klein bis Gross. Mit einer Erweiterung der Schulanlage Halde durch das Pilatusareal kann dieser wichtige Grundsatz weiter gelebt werden. Zudem können im bestehenden Bezirksschulhaus räumliche Synergien bei den Spezialräumen genutzt werden: Schulküche, Werkräume, Musiksaal. Ein Neubau auf dem Pilatusareal bietet des Weiteren die Möglichkeit, dort auch in ferner Zukunft noch eine Schulraumerweiterung realisieren zu können, was auf dem Halde-Areal nicht mehr möglich ist. Dies würde bedeuten, dass die nächste Schulraumerweiterung zu einem neuen Schulzentrum – mit entsprechend hohen Kosten – führen würde. Ein Schulhausbau auf dem Pilatusareal ist somit langfristig der günstigste Weg.

Im Sinne unserer Schülerinnen und Schüler von heute und morgen, von Eltern- und Steuerzahlerinnen und -zahlern sowie aus pädagogischen, sozialen und finanziellen Gründen steht die Schule Wohlen für die Variante Pilatusstrasse ein. Wir hoffen auf einen sachbezogenen und zukunftsweisenden Entscheid von Ihnen als Mitglied des Einwohnerrates mit einem beherzten Ja zum Kauf des Pilatusareals zugunsten unserer Schuljugend.

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