Berikon
Mit langen und intensiven Diskussionen: Die Zukunft möchte mitbestimmen

Die Schüler der Sek 4a politisierten eine Woche lang im Bundeshaus. Der Parlamentsbetrieb hinterliess einen bleibenden Eindruck. Alt-Bundesrat Pascal Couchepin schnitt bei den Schülern besonders gut ab.

der Sek-Klasse 4a, Berikon
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Die Fraktion der «Eidgenössischen Gerechtigkeitspartei» (Sek 4a) aus Berikon: Die Schüler waren bei den Abstimmungen jeweils sehr konzentriert.Lukas Buser/Schulen nach Bern

Die Fraktion der «Eidgenössischen Gerechtigkeitspartei» (Sek 4a) aus Berikon: Die Schüler waren bei den Abstimmungen jeweils sehr konzentriert.Lukas Buser/Schulen nach Bern

Schulen nach Bern

Träger des Projekts «Schulen nach Bern» ist der gleichnamige Verein unter dem Vorsitz der ehemaligen Berner Regierungsrätin Dora Andres. Der Verein bezweckt, bei den Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I sowie der Brückenangebote das Interesse für die direkte Demokratie zu wecken und zu festigen. Das Projekt «Schulen nach Bern» ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, eine Woche lang in die Rolle einer Nationalrätin oder eines Nationalrats zu schlüpfen. Jede Klasse reicht im Rahmen der Projektwoche eine eigene Volksinitiative mit mindestens 100 Unterschriften ein und bildet anschliessend eine politische Partei - ohne Bezug zu real existierenden Parteien. (az)

Die Sek-Klasse 4a aus Berikon traf den Ex-Bundesrat Pascal Couchepin.

Die Sek-Klasse 4a aus Berikon traf den Ex-Bundesrat Pascal Couchepin.

Lukas Buser/Schulen nach Bern

Julia haben es besonders die Welschen Teilnehmer angetan: «Ich fand es toll, einmal mit französischsprachigen Schülern zusammenzuarbeiten.» Und Sabrina meint: «So konnten wir unsere Französischkenntnisse etwas aufbessern.» Nawid erinnert sich daran, dass die Initiative der Welschen «Für einen würdigen Tod und eine Freitodbegleitung» eine intensive Debatte auslöste. «Jeder Mensch entscheidet da anders und denkt auch anders, da dieses Thema ja auch mit der Religion und der Lebenseinstellung eines Menschen zu tun haben kann.»

Die Klasse aus Berikon durfte auch einen grossen Erfolg verzeichnen: «Mit unserer Initiative ‹Unverjährbarkeit der Strafverfolgung und der Strafe bei sexuellen und pornografischen Straftaten› war unsere Partei, die Eidgenössische Gerechtigkeitspartei EGP, die einzige Fraktion, die mit ihrer Initiative durchgekommen ist.

Nervosität am Mikrofon

Fabio fand seinen Auftritt im Parlament aufregend und erinnert sich gerne an das tolle Erlebnis. Auch Lukas meint: «Nach den ersten paar Sätzen am Mikrofon legte sich die Nervosität. Ich fand es eine tolle Erfahrung, vor so vielen Leuten und vor einem ehemaligen Bundesrat zu sprechen.» Andreas und Sina wissen nun aus eigener Erfahrung, was eine Session, eine Kommissions- und Fraktionssitzung gemeinsam haben: lange und intensive Diskussionen. Wohl deshalb kommt für Philip ein Politikerleben nicht infrage: «Ich hätte nicht die Ausdauer und die Geduld, stundenlang rumzusitzen und zuzuhören.» Und Marco meint: «Für eine solche Karriere braucht man wirklich sehr viel Ausdauer und Ehrgeiz. Ausserdem braucht es viel Verantwortungsbewusstsein, wenn man Gesetze machen oder ändern will.»

Dario lobt den historischen Stadtrundgang durch Bern und die interessante Führung durch das Bundeshaus. Er wundert sich, dass die Klasse beim Besuch der kolumbianischen Botschaft keinen Ausweis zeigen musste. Und: «Dass wir bei der Botschaft etwas zu trinken, kleine Snacks und noch eine Packung kolumbianischen Kaffee bekommen haben, hätte ich nicht erwartet.»

«Wir sind die Zukunft»

Die Klasse 4a ist begeistert von der Projektwoche. Auch wenn das künftige aktive Politisieren bei den Wenigsten im Vordergrund steht, so wollen sich doch alle an Abstimmungen und Wahlen beteiligen, sobald sie 18 Jahre alt sind. Bis auf drei sind sogar alle für das Stimmrechtsalter von 16 Jahren. «Wir sind schliesslich die Zukunft und müssen am längsten mit den Gesetzen leben, also sollten wir auch mitbestimmen können» bringt es Julia auf den Punkt.