Wohlen

Mit IV-Empfängern und Asylbewerbern zusammenarbeiten: Die Projektwoche der etwas anderen Art

Auf dem Stundenplan der Projektwoche der Bezirksschüler standen verschiedene Arbeiten, wie beispielsweise das Anpacken in den Rebbergen in Auenstein.

Auf dem Stundenplan der Projektwoche der Bezirksschüler standen verschiedene Arbeiten, wie beispielsweise das Anpacken in den Rebbergen in Auenstein.

Die Wohler Bezirksschüler trafen sich während der Projektwoche mit IV-Empfängern und Asylbewerbern, um ihre Schicksale kennen zu lernen und sie bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen.

Die Tür zum Klassenzimmer geht auf. Sofort ist wirres Geschwätz zu hören: «Einige wussten nicht, wie man eine Computermaus bedient», «die Arbeit ist sehr monoton», «die Unterschiede der Kultur hat man deutlich gemerkt. Die Männer wollten beispielsweise nicht mit den Frauen arbeiten». So klingt es, wenn Bezirksschüler der vierten Klasse ihre Erfahrungen, die sie während der Projektwoche bei der Sozialfirma Trinamo AG in Aarau gemacht haben, im Unterricht austauschen. «Es ist etwas, das uns alle angeht», sind sich die Bezirksschüler der Klasse 4f einig. Damit meinen sie die Schicksale jener Menschen, die sie während der Woche getroffen haben: IV-Empfänger und Asylbewerber.

Im Vordergrund standen vor allem Letztere: «Im Geografieunterricht haben wir die Thematik Migration behandelt. Ich wollte den Schülern dies besser zugänglich machen und Berührungspunkte bieten», erklärt Klassenlehrer Mischa Plaukovits die Idee des Projekts. Die 15 Schülerinnen und Schüler seiner Klasse haben die Arbeit der Asylsuchenden, aber auch jene der IV-Empfänger während vier Tagen kennen gelernt und sie bei ihrer Tätigkeit unterstützt.

Mit Händen und Füssen

Um 8.45 Uhr ging es für die Jugendlichen am Montagmorgen in Aarau los. «Nach einer kurzen Instruktion haben wir zwei Gruppen gebildet», sagt Plaukovits. Auf dem Programm standen Arbeiten in den Rebbergen und beim Elektro- und Feuerlöscherrecycling. «Die Arbeit in den Rebbergen in Auenstein hat mir am besten gefallen», sagt ein Schüler. «Die Arbeit ist sehr monoton», wirft seine Mitschülerin in die Runde. «Dafür haben sie aber jede Stunde eine Pause, das finde ich gut», fügt eine andere hinzu.

Am Mittwoch- und Donnerstagmorgen besuchten die Jugendlichen die Trinamo-Teilnehmer im Computer- und Deutschkurs. Auch dies hat die Schüler hörbar beeindruckt. So staunen sie beispielsweise über fehlende Grundkenntnisse im Umgang mit Computern und darüber, dass es im Deutschunterricht für Asylanten keine Grammatik gibt. «Ich fand es sehr interessant, dass auch Allgemeinwissen im Deutschkurs vermittelt wird. Es gab einige Dinge, die ich selbst nicht gewusst habe», berichtet eine Schülerin. «Und die Angestellten waren so geduldig und einfühlsam», fügt ein anderer hinzu.

Während der Diskussion im Klassenzimmer zeigt sich, was den Jugendlichen am meisten an der Projektwoche gefallen hat: der Kontakt mit den Menschen. «Es gab sehr lustige Situationen. Wir haben uns mit Händen und Füssen verständigt und uns trotzdem verstanden. Die Frauen waren dabei allgemein eher offener als die Männer», teilt eine Schülerin der Klasse mit. «Und wir haben ihnen das Wort ‹Chuchichäschtli› beigebracht. Dafür haben wir das eritreische Wort für Arbeit gelernt.»

Sie könnten auch in eine Asylunterkunft gehen, wo sie noch mehr Kontakt und Austausch mit den Menschen hätten, wünschen sich die Schüler für ein andermal. Der Lehrer ist zufrieden: «Ich kann mir vorstellen, eine solche Projektwoche zu wiederholen.»

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