Oberlunkhofen

Mit Helm, Amboss und viel Spass an der Musik

Der Musikverein tauschte Uniform gegen Baustellenkleidung.

Der Musikverein tauschte Uniform gegen Baustellenkleidung.

Weil das alte Turnhallengebäude umgebaut wird, stellte der Musikverein Lunkhofen sein aktuelles Jahreskonzert unter das Motto «Baustelle». Hintergrund war der Umbau des alten Turnhallengebäudes in Oberlunkhofen.

Urchige Schweizer Klänge, überraschende Einlagen, bei denen die Musikanten bewiesen, dass sie auch aus Amboss oder Besen Melodien herausbekommen, bekannte Popsongs und der traditionelle Radetzkymarsch prägten das gelungene Konzert vom Neujahrstag. Mit Humor reagierte der Musikverein Lunkhofen darauf, dass ihm der Umbau des alten Oberlunkhofer Turnhallengebäudes die Probetätigkeit erschwert hatte und machte das Thema Baustelle gleich zum Motto seines Jahreskonzertes.

In der Tat hatte sich die Umbauzeit für den Musikverein nicht einfach gestaltet. Er musste sich ein neues Probelokal suchen, das er dank des ehemaligen Wirtes des Berggasthofes Islisberg fand. Allerdings sind im Restaurant, das derzeit nicht geöffnet ist, Heizungen und einiges weitere nicht mehr in Betrieb, weshalb der Verein erfinderisch werden musste. All die widrigen Umstände konnten den Lunkhofer Musikanten die Freude an der Musik jedoch nicht nehmen, wie das gelungene Jahreskonzert bewies.

Von urchig bis poppig

Der erste Teil des Programms war schweizerisch-amerikanisch geprägt. Er startete mit der Eröffnungsfanfare «A Salute from Lucerne». Gleich darauf folgte mit dem urchigen «Urnerbodä-Kafi» mit den Solisten Fredi Küenzi an der Bassgeige sowie Felix Etterlin, Markus Boillat, Tamara Portmann und Markus Eichholzer der erste Höhepunkt des abwechslungsreichen Konzertes. Das Publikum erklatschte sich eine abgekürzte Wiederholung. Gleich darauf entführte der Musikverein Lunkhofen sein Publikum mit «The House of the Rising Sun» nach Amerika.

Daraufhin erinnerte die Präsidentin Stefanie Schoch an die Ehrungen des letzten Jahres. Sie betrafen Bea Schumacher als kantonale Veteranin, Heinz Aeberli als eidgenössischer Veteran und Hermann Hagenbuch als Cism-Veteran, was bedeutet, dass er seit 60 Jahren musiziert.

Den Beginn des zweiten Teils gestaltete der Musikverein Lunkhofen ungewohnt aber sehr passend zum Thema. Mit rhythmisch geschlagenen Besen, leeren Tonnen, PET-Flaschen, zusammengefalteten Zeitungen sowie mit dem Klappern einer Leiter machten sie Musik, welche dem Publikum sehr gut gefiel. «Der Musikverein Lunkhofen macht mit einfachsten Mitteln gute Musik», kommentierte die Ansagerin Rebecca Brun. Danach trat der Musikerverein nicht mehr in der Uniform, sondern in Baustellenkleidung samt Schutzhelm auf.

«L’Italiano» für Gastarbeiter

Mit «Rock the Future» eröffnete der Musikverein den eigentlichen zweiten Programmteil. Mit «L’Italiano» zollte er den Gastarbeitern Tribut, ohne die auf Baustellen nichts geht. Danach wurde mit «Saxophonia» das Augenmerk auf das Saxofon gelegt. Die Soli wurden dabei von Stefanie Schoch, Mark Zünd, Stefan Hausherr, Franz Hagenbuch und Beat Hagenbuch gespielt. Auch hier erklatschte sich das Publikum eine verkürzte Wiederholung. «Y.M.C.A.» kündete Brun als ihr Lieblingsstück an.

Eine Tradition ist es bereits, dass der Musikverein sein Konzert am Neujahrstag wie die Wiener Philharmoniker mit dem Radetzkymarsch beendet. Und wie die berühmten Vorbilder liess sich der Musikverein vom begeisterten Publikum nicht erweichen, ausser einer Kurzfassung des Marsches noch eine Zugabe zu bringen.

Am nächsten Samstag, 5. Januar, tritt der Musikverein Lunkhofen mit seinem Programm um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Oberlunkhofen noch einmal auf.

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