Viel Gutes getan

Mit Gottvertrauen im Gepäck: Ein Buch über eine Frau, die ihr eigenes Wohl immer hinten angestellt hat - für die anderen

Schwester Gaudentia hat ihr Leben den Ärmsten gewidmet. (Archivbild)

Schwester Gaudentia hat ihr Leben den Ärmsten gewidmet. (Archivbild)

Als Missionarin hat sie denen geholfen, die gar nichts hatten. Die hungern müssen, für die ärztliche Versorgung nicht selbstverständlich ist. Ein Buch würdigt das aufopferungsvolle Leben der Missionarin Gaudentia.

«Man muss nicht alles sagen, was man macht. Aber das, was man sagt, muss wahr sein.» – Schwester Gaudentia Meier hat in ihrem Leben sehr viel Gutes getan und dabei ihr eigenes stets unter das Wohl anderer Menschen gestellt. Sie will im Grunde nicht, dass darüber viel Aufhebens gemacht wird. Dennoch hat sie zugestimmt, dass ­Helene Arnet über sie das Buch «Mit Gottvertrauen im Gepäck» geschrieben hat. Freut sich die Ordensfrau dennoch darüber, obwohl sie ihr Licht nur zu gerne unter den Scheffel stellt?

«Ja», sagt sie. Das Buch ist sehr gut geschrieben und es sind darin alle eingeschlossen, die irgendwie an meinem ereignisreichen Leben beteiligt waren.» Freude, sagt Schwester Gaudentia weiter, empfinde sie weniger für sich, sondern für Helene Arnet, der da wirklich etwas Schönes gelungen sei. Und sie freue sich vor allem auch für die Menschen in Papua-Neuguinea: «Im Buch erfährt man sehr viel über das Land, über seine Menschen und ihre Kultur. Helene Arnet bringt den Leserinnen und Lesern des Buches das fremde Land auf eine eindrückliche Weise näher und ich bin sicher, dass sie damit für die Menschen dort viel Positives bewirken kann.»

«Mit Gottvertrauen im Gepäck» hat über 200 Seiten und ist mit vielen Fotos aus dem Leben und der Missionstätigkeit von Schwester Gaudentia illustriert. Helene Arnet bedient sich einer einfachen und verständlichen Sprache. Das macht das Werk spannend und animiert dazu, es in einem Zug durchzulesen. Einmal und gleich noch einmal. Man spürt aus jeder Zeile, dass sich die Autorin in vielen Gesprächen mit Schwester Gaudentia und den Menschen aus deren Schweizer Umfeld ins Thema vertieft und sich intensiv mit Papua-Neuguinea befasst hat.

Kritische, aber faire Betrachtung des Themas Missionieren

Daraus ist ein Buch entstanden, das weit mehr ist als ein Porträt von Margrit Meier, die im Freiämter Dorf Waltenschwil aufgewachsen ist, sich zur Krankenpflegerin und Hebamme ausbilden liess und als Schwester Gaudentia fast 50 Jahre lang als Missionarin in Papua-Neuguinea gewirkt hat. Helene Arnet lässt die Leserinnen und Leser anhand von Schwester Gaudentias Leben auch tief in die Kultur des Landes eintauchen. Ohne persönliche Wertung zeigt sie auf, warum dort Männer nach wie vor mehrere Frauen haben können, Stämme sich gegenseitig bekämpfen, angebliche Hexen verfolgt werden und die gefährliche Krankheit Aids sich derart ausbreiten konnte.

Die Autorin befasst sich zudem auch durchaus kritisch, aber sehr fair mit dem Thema Missionieren. Anhand von mehreren Beispielen zeigt sie auf, dass es Schwester Gaudentia in Neuguinea in erster Linie nicht darum gegangen ist, Menschen zu bekehren, sondern ihnen zu helfen. Eben: Entwicklungshilfe zu leisten. «Mit Gottvertrauen im Gepäck» ist kein Buch, das lediglich religiöse Leute anspricht. Es ist ein Werk, das auch jene Menschen begeistern wird, die der christlichen Kirche eher kritisch gegenüberstehen.

Hinweis

Mit Gottvertrauen im Gepäck – Die Baldegger Schwester Gaudentia in Papua-Neuguinea. Autorin: Helene Arnet. 2020 Verlag Hier und Jetzt, Zürich.

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